Dreizehnter Vortrag

GA 173b/1916-12-31/p041 ·1916-12-31 · original (original)
Record: stenogram (shorthand transcript). Shorthand transcript taken during the lecture — the strongest kind of lecture record in this corpus. Evidence: «Diese dreibändige Ausgabe wurde auf der Grundlage der stenografischen Nachschriften vollständig neu bearbeitet.» (This three-volume edition was completely re-edited on the basis of the shorthand transcripts.). The publisher's description of GA 173a-c, as mirrored on AnthroWiki (GA 173a-c). The translation is the maintainer's, not a published one.

Aber das zeigt sich auch im Äußerlichen, Konkreten; das zeigt sich gerade in diesen traurigen, leidvollen Ereignissen des Tages, daß der Sinn für das Wahre oftmals ohne die Schuld der Menschen nicht als ein seelisches Blut durch die Welt pulst. Der Sinn für das Wahre ist dasjenige, was richtig erweckt werden muß. Und aus diesem Grunde war es schon notwendig, in diesen Wochen auch auf einiges Sinnlich-Konkrete hinzuweisen, insofern es der Ausdruck von dahinterstehenden geistigen Impulsen und geistigen Geschehnissen ist. Denn es hängt schon mit allem Wahrheitsstreben oder besser Nichtwahrheitsstreben der Gegenwart zusammen, wie die Dinge in der Gegenwart behandelt werden, und wie heute Dinge gesagt werden können, die in weitesten Kreisen geglaubt werden, und die doch nichts sind als eine glatte Umkehrung der Wahrheit. In einem Zeitalter, in welchem möglich ist, daß die Wahrheit in beliebiger Weise so geformt wird, wie man sie den Antipathien, den Leidenschaften und Instinkten nach haben will, in diesem Zeitalter ist schon vieles notwendig, wenn jener starke Wahrheitssinn erweckt werden soll, der dann zum spirituellen Leben führt. Das sieht man ja an Einzelheiten.

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