Zwanzigster Vortrag

GA 173c/1917-01-15/p005 ·1917-01-15 · original (original)
Record: stenogram (shorthand transcript). Shorthand transcript taken during the lecture — the strongest kind of lecture record in this corpus. Evidence: «Diese dreibändige Ausgabe wurde auf der Grundlage der stenografischen Nachschriften vollständig neu bearbeitet.» (This three-volume edition was completely re-edited on the basis of the shorthand transcripts.). The publisher's description of GA 173a-c, as mirrored on AnthroWiki (GA 173a-c). The translation is the maintainer's, not a published one.

Wir sind ja zu weit über neunzig Prozent eine Wassersäule, das heißt eine Flüssigkeitssäule, aber dieses Flüssige im Menschen, das ja die äußere Wissenschaft heute noch sehr wenig berücksichtigt, ist gerade der Hauptträger des menschlichen Lebens. Und ich habe schon einmal darauf hingewiesen, wie das luftförmige Element durch das flüssige in das feste Element hineinwirkt, das im Gehirn verankert ist. Wir atmen ein; dadurch, daß wir den Luftstrom einatmen, also unseren Leib mit dem Luftstrom ausfüllen, wird das Organ, das wir Zwerchfell nennen, gesenkt. In diesem Einsaugen des Luftstromes und allem, was damit zusammenhängt, bis zum Senken des Zwerchfelles, haben wir jene Sphäre, in der die aus dem Reiche der Archangeloi ausgehenden Impulse wirksam sind. Und so wie dies alles im Unterbewußten bleibt, so bleibt auch die wahre Gestalt der Wirkungen der Volksseele im Unterbewußten, sie wird nur, wie ich gestern vergleichsweise sagte, wie Wogen heraufgeschlagen, aber in ganz anderer Gestalt, als sie in Wirklichkeit da unten lebt. Wenn das Zwerchfell heruntergedrückt ist, beginnt eine Art Stauung des Blutes in den Venen des Unterleibes. Dadurch wird der Strom des Gehirnwassers durch den Rückenmarkskanal heraufgedrückt und in das Gehirn, also um die verfestete Gehirnmasse herum, hineinergossen; so daß jetzt infolge des Einatmens das Gehirnwasser im Gehirn selber ist, heraufgestoßen ist. In diesen Wirkungen der Pulsation des Gehirnwassers liegt alles das, was an Impulsen aus der Sphäre der Archangeloi in den Menschen läuft, alles dasjenige, was der Mensch an Vorstellungen, Empfindungen gewinnen kann, die ihn ins Überpersönliche oder Unterpersönliche erheben, also ihn verbinden mit den Gewalten, die hinausgehen über Geburt und Tod. Und im Gehirn selbst, da stößt dann das Gehirnwasser an das Feste.

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