Zwanzigster Vortrag
Wenn wir wieder ausatmen, tritt dafür in den Blutgefäßen des Gehirns eine Stauung ein, und das Gehirnwasser wird durch den Rückenmarkskanal in den Unterleib heruntergedrängt. Es kann da hinein, weil infolge des Ausatmens das Zwerchfell gehoben wird und dadurch Raum ist für das Hinunterfließen des Gehirnwassers in den Unterleib. Das Denken, Vorstellen und so weiter ist eben nicht jener Prozeß, von dem die anatomisch-physiologische Wissenschaft heute als von einem bloßen Gehirnprozeß träumt, sondern es hängt das, was im Gehirn vor sich geht als die Spiegelung an einem Festen, mit dem zusammen, was nicht mehr spiegelt, sondern im Flüssigen bleibt, und von da, auf dem Umwege durch die Atmung, den Einfluß des luftförmigen Elementes regelt. Das ist auch der Umweg, auf dem alles, was uns mit dem Klima, mit Erdenverhältnissen, die an ein bestimmtes Terrain gebunden sind, und mit sonstigen äußeren Einflüssen, die mit der Atmung zusammenhängen, vermittelt wird. In dem, was niemals ins Bewußtsein hereinfließt, im Atmungsprozeß, der nichts anderes ist als ein wogendes Meer, wogen geistige Realitäten. Der Atmungsprozeß steht auf dem Umwege durch das Gehirnwasser in Verbindung mit dem Gehirn.
Cite:
GA 173c/1917-01-15/p007 · edition original