Zwanzigster Vortrag

GA 173c/1917-01-15/p011 ·1917-01-15 · original (original)
Record: stenogram (shorthand transcript). Shorthand transcript taken during the lecture — the strongest kind of lecture record in this corpus. Evidence: «Diese dreibändige Ausgabe wurde auf der Grundlage der stenografischen Nachschriften vollständig neu bearbeitet.» (This three-volume edition was completely re-edited on the basis of the shorthand transcripts.). The publisher's description of GA 173a-c, as mirrored on AnthroWiki (GA 173a-c). The translation is the maintainer's, not a published one.

Nun soll gerade die Bewußtseinsseele den Menschen innig zusammenschließen mit allem materiellen Geschehen, mit allem, was mit dem Materialismus zusammenhängt. Wir haben gesehen, wie im vierten nachatlantischen Zeitraum, vom 8. vorchristlichen bis ins 15. nachchristliche Jahrhundert, das griechisch-lateinische Element allmählich weltbeherrschend geworden ist: Erst in dem, was man gewöhnlich das Römische Reich nennt, dann in dem römischen Papsttum, das den Höhepunkt seiner Herrschaft gerade im 13. und im Beginne des 14. Jahrhunderts erlangt hat. Das ist auch zugleich der Beginn des fünften nachatlantischen Zeitraumes; es ist zugleich der Beginn des ersten Brechens der römisch-päpstlichen Herrschaft. Es ist zu gleicher Zeit der Beginn jener Impulse, unter deren Einflusse unsere heutigen traurigen Ereignisse stehen. Und im Grunde genommen kann niemand verstehen, was heute geschieht, wenn er nicht die Dinge in einem größeren Zusammenhang betrachtet. Denn beteiligt an den traurigen Ereignissen des heutigen Europa sind doch im Grunde genommen alle europäischen Völker. Wer erkennen will, muß notwendig auf die Impulse hinschauen, die sich lange vorbereitet haben, und die in einer gewissen Weise heute eine Art ersten Ausfluß finden.

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