Zwanzigster Vortrag
Nun würde ich allerdings eine ganze Reihe von Vorträgen halten müssen, wenn Ich Ihnen das in den Einzelheiten begründen würde. Dies könnte aber durchaus geschehen, denn was ich sage, ist tief begründbar. Ich kann es aber heute nur andeuten. Will man nämlich eine kommerziell-industrielle Weltherrschaft begründen, so muß man das Hauptgebiet, auf das es ankommt, zunächst in zwei Teile teilen. Das hängt zusammen mit der Natur des Kommerziell-Industriellen. Ich kann mich nur durch einen Vergleich ausdrücken: Es fordert dasjenige, was auf der Welt des physischen Planes geschieht, immer eine Zweispaltung. Stellen Sie sich einmal einen Lehrer ohne Schüler vor — das gibt es nicht. So kann auch nicht ein Kommerzium da sein ohne ein Gebiet, das einem Kommerzium gegenübersteht. Daher muß ebenso, wie auf der einen Seite das britische Kommerzium begründet wird, der russische als der dazugehörige gegensätzliche Pol geschaffen werden. Damit sich die entsprechende Differenzierung ergibt zwischen Einkauf und Verkauf, damit sich die Zirkulation ergibt, braucht man diese zwei Gebiete. Man kann nicht die ganze Welt zu einem einheitlichen Reiche machen; da würde man nicht ein kommerzielles Weltreich begründen können. Es ist das nicht genau dasselbe, aber es ist ähnlich damit, daß wenn man etwas erzeugt, man Abnehmer braucht; sonst kann man nicht erzeugen. So muß es die Zwiespältigkeit geben. Und daß man dieses als einen großen Zug hereingebracht hat in die Sache, das ist ein großer, ein gigantischer Gedanke von jenen okkulten Brüderschaften, von denen ich gesprochen habe. Es ist ein weltgigantischer Gedanke, den Gegensatz zu schaffen, gegenüber dem alles andere als eine Kleinigkeit erscheint, diesen Gegensatz zwischen dem britischen Kommerzimperium und demjenigen, was sich aus dem Russischen heraus ergibt mit der durch die spirituellen Anlagen bewirkten Vorbereitung für den sechsten nachatlantischen Zeitraum mit alledem, was ich Ihnen geschildert habe. — Das ist ein großer, gigantischer, bewundernswürdiger Gedanke von diesen okkulten Brüderschaften, von denen gesprochen worden ist. Denn, trivial ausgedrückt, man kann sich kaum einen schöneren Gegenpol denken für dasjenige, was sich im Westen als höchste Blüte des kommerziellen und industriellen Denkens ausbildete, als den künftigen russischen Slawen, der in der Zukunft ganz gewiß noch weniger als heute geneigt sein wird, sich mit Kommerziellem berufsmäßig zu betätigen, und der ja gerade dadurch ein ganz ausgezeichneter Gegenpol sein wird.
Cite:
GA 173c/1917-01-15/p026 · edition original