Zwanzigster Vortrag
Ich denke, Sie kennen mich gut genug, um nicht zu glauben, ich spräche aus einer kleinlichen Eitelkeit heraus, wenn ich dies oder jenes sage. Aber ich glaube doch, daß der große Gegensatz da ist zwischen dem, was mit materiellen Experimenten und dergleichen arbeitet, auch um das Spirituelle zu beweisen, und demjenigen, was aus Impulsen der menschlichen Seele heraus zum Spirituellen sich erheben will. Es braucht ja die Sache nicht so brutal zu werden, daß man einen Alcyone zum materiellen Christus macht, es kann ja bei den feinsinnigen Ausführungen von Sir Oliver Lodge bleiben; aber man fühlt dabei doch etwas von dem, was sein soll. Ja, ich weiß nicht, aber es schadet ja nichts, diese Dinge zu sagen: Es ist schon einmal ein gewisser Gegensatz zwischen dem, was fast gleichzeitig entstanden ist, indem einerseits in einer materialistischen Weise auf die geistige Welt hingewiesen wird durch Sir Oliver Lodge, während ich zu gleicher Zeit an meinem Buche «Vom Menschenrätsel» schrieb, wo versucht wird, in einer ganz mitteleuropäischen Weise die Wege zu verzeichnen, die man gerade in Mitteleuropa aus der menschlichen Seele heraus in die geistige Welt hinein tut. Es gibt keine größeren Gegensätze als das Buch von Oliver Lodge und dieses Buch «Vom Menschenrätsel». Es sind die absolutesten Gegenpole, man kann sich keine absoluteren Gegensätze denken.
Cite:
GA 173c/1917-01-15/p046 · edition original