{"corpus":"steiner","locus":"GA 173c/1917-01-20/p011","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Wir wissen, aus welchem Grunde diese Zeit in die Untergründe des Daseins hinuntersteigen mußte. Aber sie wird wiederkommen, nur in einer andern Form, und sie wird kommen dadurch, daß sich die Menschen die Stimmung erwerben, welche wirklich über die Seele kommen kann durch die Geisteswissenschaft, durch die Betätigung, durch das Leben in den geisteswissenschaftlichen Vorstellungen über das Übersinnliche. Da wird es möglich, daß die Seele zu feinen Stimmungen kommt, und in diese feinen Stimmungen kommen wiederum herein die Seelen der sogenannten Toten. Die sind zwar immer da, aber daß sie bewußt in die Seelensphäre hereinkommen, darum handelt es sich ja jetzt. Gewiß, die Toten umschweben denjenigen immer, mit dem sie karmisch verbunden waren im Leben. Aber daß sie in sein Bewußtsein hereinwirken, dazu ist notwendig, daß man ihnen entgegenkommt mit der Stimmung, die ich eben jetzt andeutete. Denn sehen Sie, möglich ist es immer für die Toten, den Zugang zu finden zur Menschenseele, wenn die Menschenseele sich mit ihrem Seelenleben in einer solchen Stimmung bewegt, wie ich es angedeutet habe, wenn gewissermaßen in einer übersinnlichen Sphäre die Begriffe und Ideen leben, die die Menschenseele sich bildet. Dasjenige, was der Tote fliehen muß, in das der Tote nicht hinein kann, das ist das Leibliche, das Physische des Menschen. Da kann der Tote nicht hinein, zunächst nicht hinein. Also in die Gedanken, die nur in Anlehnung an die physische Welt aus dem Gehirn aufsteigen, in diese Gedanken kann der Tote nicht hinein. Und weil die Menschen heute zumeist nur solche Gedanken haben, die aus dem Gehirn aufsteigen, ist den Toten so schwer ein Zugang zu den Lebenden möglich. Aber wenn die Lebenden den Toten entgegenkommen, indem sie die Stimmung entwickeln, die eben dadurch da ist, daß man sich viel mit übersinnlichen Vorstellungen beschäftigt, dann können die Toten in dieses Schweben und Weben der Seele herein, welches sich abzieht von dem Leiblichen, welches sich nicht beschäftigt mit dem Leiblichen. Alles in unserer heutigen Zeit hängt davon ab, daß die Menschenseelen die Möglichkeit finden, gewissermaßen den Weg zu den Toten hinzugehen. Dann kommen ihnen die Toten entgegen. Man muß sich in einer gemeinschaftlichen Sphäre finden.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Einundzwanzigster Vortrag","site_heading":null,"date":"1917-01-20","location":null,"word_count":351,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/173c/1917-01-20/p011","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/173c/1917-01-20/p011"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/173c/1917-01-20/p011","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"stenogram","scope":"volume","note":"Shorthand transcript taken during the lecture — the strongest kind of lecture record in this corpus.","evidence":"Diese dreibändige Ausgabe wurde auf der Grundlage der stenografischen Nachschriften vollständig neu bearbeitet.","evidence_translation":"This three-volume edition was completely re-edited on the basis of the shorthand transcripts.","evidence_source":"The publisher's description of GA 173a-c, as mirrored on AnthroWiki (GA 173a-c). The translation is the maintainer's, not a published one."}}