{"corpus":"steiner","locus":"GA 173c/1917-01-21/p036","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Das sind, glaube ich, Erfahrungen, welche man ganz besonders machen kann in diesem Zeitalter der fünften nachatlantischen Periode, wo hier auf Erden der Materialismus herrscht und unter den Toten solche Eigentümlichkeiten, wie ich sie beschrieben habe. Denn es ist durchaus das gleiche, was hier auf der Erde den Materialismus bestimmt, und dafür ein ganz bestimmtes Leben auch in der geistigen Sphäre bestimmt. In der griechisch-lateinischen Zeit traten die Toten doch anders an die lebenden Menschen heran als in unserer Zeit. In der geistigen Sphäre ist, möchte ich sagen, heute in der fünften nachatlantischen Zeit mehr Irdisches — aber Sie müssen sich das natürlich imaginativ, bildlich vorstellen —, mehr irdische Zusammengesetztheit in der Substantialität der Toten als früher. Ein Toter erscheint einem heute in einer viel mehr den irdischen Verhältnissen nachgebildeten Gestalt als früher, menschenähnlicher, möchte ich sagen, ist der Tote heute, als er früher war. Und dadurch wirken die Toten heute auf die hier Lebenden mehr oder weniger paralysierend. Deshalb ist es so schwer heute, den Toten nahezukommen, weil man so sehr leicht betäubt wird durch sie. Hier auf der Erde herrschen die materialistischen Gedanken; in der geistigen Welt, als einem Karma daraus, herrscht gewissermaßen die materialistische Folge, die Verirdischung der spirituellen Leiblichkeit bei den Toten. Dadurch aber, daß die Toten, wenn ich den Ausdruck gebrauchen darf, überkräftig sind, dadurch wirken sie betäubend. Und man muß sich heute durch möglichst starke geisteswissenschaftliche Empfindungen erst die Kraft aneignen, um gegen diese Betäubung aufzukommen. Das ist die Schwierigkeit heute, eine der Schwierigkeiten, mit der geistigen Welt in Beziehung zu treten.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Zweiundzwanzigster Vortrag","site_heading":null,"date":"1917-01-21","location":null,"word_count":258,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/173c/1917-01-21/p036","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/173c/1917-01-21/p036"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/173c/1917-01-21/p036","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"stenogram","scope":"volume","note":"Shorthand transcript taken during the lecture — the strongest kind of lecture record in this corpus.","evidence":"Diese dreibändige Ausgabe wurde auf der Grundlage der stenografischen Nachschriften vollständig neu bearbeitet.","evidence_translation":"This three-volume edition was completely re-edited on the basis of the shorthand transcripts.","evidence_source":"The publisher's description of GA 173a-c, as mirrored on AnthroWiki (GA 173a-c). The translation is the maintainer's, not a published one."}}