Zweiundzwanzigster Vortrag

GA 173c/1917-01-21/p040 ·1917-01-21 · original (original)
Record: stenogram (shorthand transcript). Shorthand transcript taken during the lecture — the strongest kind of lecture record in this corpus. Evidence: «Diese dreibändige Ausgabe wurde auf der Grundlage der stenografischen Nachschriften vollständig neu bearbeitet.» (This three-volume edition was completely re-edited on the basis of the shorthand transcripts.). The publisher's description of GA 173a-c, as mirrored on AnthroWiki (GA 173a-c). The translation is the maintainer's, not a published one.

Und diese Begriffe, die ich heute entwickelt habe, die brauchen wir schon, um nun in manche Stellen unseres gegenwärtig zu besprechenden Themas tiefer einzudringen. Denn diese Welt hier ist durchaus abhängig von der geistigen Welt, in welcher die Toten sind, und hängt zusammen mit der geistigen Welt. Daher versuchte ich, Ihnen heute solche Begriffe zu entwickeln, die sich auf die Beobachtungen der unmittelbaren Gegenwart beziehen. Es ist wirklich alles dasjenige, was hier in der physischen Welt geschieht, von einer gewissen Wirkung hinauf in die geistige Welt. Aber auch die geistige Welt mit den Taten der Toten zeigt sich entweder in dem, was die Toten tun können für die physische Welt, oder auch in dem, was sie nicht tun können gerade in dem gegenwärtigen materialistischen Zeitalter. Und wir haben dieses materialistische Zeitalter charakterisiert, insofern es sogar übermaterialisiert worden ist durch gewisse okkulte Brüderschaften, wie ich Ihnen gestern auseinandergesetzt habe. Es ist heute im hohen Grade gerade der Typ des Materialismus allen Weltereignissen zugrunde liegend, welchen man den merkantilistischen Typ nennen kann. Und wie ich Sie bitte, auf der einen Seite sich für morgen gut zu merken die Begriffe, die ich in bezug auf das Leben der Toten heute vor Ihre Seele hingestellt habe, so bitte ich Sie, auf der andern Seite auch ins Auge zu fassen, wie wenig selbstverständlich heute vieles genommen wird, was in weniger materialistischen Zeitaltern viel selbstverständlicher genommen wurde. Der Zusammenhang mit diesen Erscheinungen wird uns erst morgen ganz klar werden. Allein, es ist doch ganz charakteristisch für unsere Zeit, daß man immerhin gerade auf das Merkantilistische gewisse Begriffsbetrachtungen ausdehnt, die dem, der keine Aufmerksamkeit hat für solche Zeiterscheinungen, entgehen. Aber sie sollten einem nicht entgehen. Merkantilismus auf der einen Seite, gut; aber er muß ins richtige Licht gestellt werden, in dem er im sozialen Leben drinnensteht. Dazu ist es notwendig, daß man gewisse Maßstäbe hat für alles. Aber heute lebt man vielfach im Chaos der Begriffe. Und wenn im Chaos der Begriffe die Begriffe ganz bestimmt gemacht werden, wie es im materialistischen Zeitalter der Fall ist, wo gerade an den sinnlichen Vorstellungen die Begriffe ganz bestimmt gemacht werden, und dann doch wiederum ein Begriffschaos herauskommt, wie es beim heutigen Materialismus der Fall ist, dann ist dieses wirklich so, daß es den schärfsten Strich zieht zwischen der physischen Welt, in der die Menschen zwischen Geburt und Tod sind, und der übersinnlichen Welt, in der die Menschen zwischen Tod und neuer Geburt sind.

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Cite: GA 173c/1917-01-21/p040 · edition original