Vierter Vortrag

GA 174a/1915-11-29/p008 ·1915-11-29 · original (original)
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Nur eben eines müssen wir immer festhalten: Die Worte, die ja alle für die Verhältnisse des physischen Planes geprägt sind, müssen wir sorgfältig wählen, wenn wir das Geistige bezeichnen wollen, denn das Erleben in der geistigen Welt ist eben nun einmal ein viel intimeres als das Erleben hier auf dem physischen Plan. Wenn wir uns vergegenwärtigen, wie ein Gedanke, der ein Erlebtes darstellt, das lange hinter uns liegt, an dieses Erlebnis erinnernd wieder herauftaucht, wie dieser Gedanke aus uns selber heraufkommt, wenn wir uns das lebhaft vorstellen und uns jetzt, ich möchte sagen, die Wirklichkeitsinhalte eines solchen schattenhaften Erinnerungserlebens denken, dann bekommen wir allmählich eine Vorstellung, wie eigentlich die geistige Wirklichkeit vor uns auftritt, nachdem wir durch die Pforte des Todes geschritten sind. Sie kommt ja in der Regel nicht so von außen an uns heran wie die Erlebnisse der physisch-sinnlichen Welt. Die Imaginationen kommen schon so herauf, nur mit unendlich viel größerer Lebendigkeit als die Erinnerungsbilder, aber so, daß wir unser Ich und die Imaginationen nicht so unterscheiden, wie wir uns hier unterscheiden von der Außenwelt. Sie kommen aus uns herauf wie Erinnerungsbilder, aber so, daß wir wissen: Das, was da am Horizonte unseres Bewußtseins aufsteigt, ist Realität. Da steigt eine Imagination auf: wir wissen sie mit uns so verbunden wie hier auf dem physischen Plan das Erinnerungsbild. Sie steigt auf mit aller Lebendigkeit. Wir wissen aber, wir sind mit ihr verbunden, unser Ich ist drinnen. So steigt die Seele aufwärts, so fühlen wir uns im Verein mit den Seelen und den Seelenwesen der höheren Hierarchien, die allmählich da aufsteigen. Es kommt schon die geistige Welt, ich möchte sagen, aus dem unbestimmten Dämmerdunkel an die eigene Seele heran, wie Erinnerungsbilder an sie herankommen, die in unserer Seele auftauchen. Nur daß die Erinnerungsbilder eben ganz dämmerig sind und nur ein äußeres Wirkliches abbilden, während die Imaginationen, die auftreten, dann zu sprechenden Imaginationen werden, indem sie sich wesenhaft ankündigen durch ihre im Geist sich enthüllende Sprache, die dann für uns wird zur Offenbarung der Seelen, der Geister, mit denen wir weiterhin in der mannigfaltigsten Weise wärmer, inniger zusammen sind, als wir mit einem Menschen hier auf dem physischen Plan zusammen sein können.

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