Vierter Vortrag

GA 174a/1915-11-29/p020 ·1915-11-29 · original (original)
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Was ich jetzt bespreche, ist etwas, das uns so recht darauf aufmerksam machen kann, wie der Geistesforscher nach und nach zu seinen Ergebnissen kommt, und wie es ein Vorurteil ist, wenn man meint, irgend jemand, der die Schwelle zur geistigen Welt übertreten hat, kenne nun die geistige Welt aus eigener Anschauung, und jetzt könne man ihn alles fragen. Wir müssen es ja immer wieder und wiederum erleben, wenn der Geistesforscher über dieses und jenes spricht, namentlich in der Öffentlichkeit, und man — wie es ja von gewissen Gesichtspunkten aus ganz wünschenswert erscheinen kann -, eine Fragenbeantwortung gibt, wie über alle Dinge im Himmel und auf Erden und der ganzen Unendlichkeit gefragt wird, indem man voraussetzt: Wer überhaupt in die geistige Welt hineinschaut, der weiß nun schon alles, alles, was man überhaupt da wissen kann. — Das ist ungefähr gerade so gescheit, wie wenn jemand hier sagen. würde: Du hast ja Augen, du kennst München, also beschreibe mir Kalifornien! — Es ist wirklich in der geistigen Welt ganz genau so, daß man Schritt für Schritt sich das aneignen muß, was aus der geistigen Welt heraus gefaßt werden soll, und es ist Naivität, wenn man glaubt, daß dort nicht auch alles erst Schritt für Schritt angeschaut werden muß. Nun ist es in der geistigen Welt noch anders als hier in der physischen Welt. Hier in der physischen Welt, wenn man also, ich will sagen, noch niemals in Heidelberg war und nun Heidelberg beschreiben will, so fährt man hin, nicht wahr, man setzt sich in Bewegung. In der geistigen Welt müssen die Dinge zu uns kommen, da müssen wir in der Seele die Wartekraft, die innere Erlebekraft entwickeln. Die Dinge treten in unseren Gesichtskreis herein, wenn wir uns fähig dazu gemacht haben. Das Heidelberg der geistigen Welt muß zu uns kommen, wir müssen unsere Seele bereitmachen dazu. Es ist immer in gewissem Sinn: von dem abhängig, womit wir begnadet werden, ob wir über dieses und jenes in der geistigen Welt etwas erfahren können. So kann der Geistesforscher nach und nach über die Geheimnisse der geistigen Welt ja unterrichtet werden.

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