Vierter Vortrag
Dann kann der Geistesforscher etwas entdecken. Wenn er dieses Schlaferlebnis, das der Mensch hier hat, vergleicht mit den Erlebnissen, die der Mensch nun in den Jahren oder Jahrzehnten hat, nachdem er durch die Todespforte geschritten ist und so rückwärts sein Leben durchwandert, da ist es interessant, daß der Mensch sein Leben so durchwandert, daß er eigentlich die Nächte durchlebt, nicht die Tage. Wie er in jeder Nacht zurückgeblickt hat auf den Tag, das erlebt er jetzt in der Seelenwelt. Es ist dasselbe, was man im wachen Bewußtsein erlebt hat, aber vom Schlaf aus gesehen. Das erleben wir so, daß es sehr merkwürdig ist. Man denkt ja darüber meistens nicht nach, aber eigentlich erstreckt sich unsere Erinnerung hier im physischen Leben nur über die Tageserlebnisse. Wir erinnern uns an das, was wir im Wachbewußtsein haben. Jetzt, nach dem Tode, erinnern wir uns gerade an das, was wir in den Nächten wiedererlebt haben, was wir im Erdenleben durchgemacht hatten. Da tritt die bewußte Erinnerung an die Nachterlebnisse auf. Das habe ich früher nicht so deutlich ausgesprochen, einfach deshalb nicht, weil ich es nicht gewußt habe. Solche Dinge ergeben sich einem in einem aufeinanderfolgenden Geistesforschen.
Cite:
GA 174a/1915-11-29/p022 · edition original