Vierter Vortrag
Nun ist der geistigen Welt ebenso notwendig, daß da oben verkündet werden kann, wie da unten in der Welt etwas ist, was die Anlagen dieses derben Seins hat, was aber nicht als derbes materielles Sein sich auslebt. Diese Verkündigung ist für die geistigen Welten etwas Ähnliches wie für die physische Welt die Verkündigung der Ideale. Das sind die umgekehrten Idealisten. Hier unten kann das Leben so verlaufen, daß Anlagen sich nicht ausleben, daß Seelen zurückkehren aus der physischen Welt, die gewaltsam den Tod gefunden haben. Das macht da oben unter denen, die das nicht erlebt haben, eine Verkündigung, die dasselbe bedeutet wie hier die Verkündigung der Ideale. Hier im physischen Dasein verkündet man: Nicht allein ist wertvoll das, was auf die Sinne einen Eindruck macht, sondern ein Wertvolles sind die Ideale, die aus der geistigen Welt stammen. — In der geistigen Welt verkünden diejenigen, denen der Leib genommen worden ist, daß es ein Wirksames gibt, das aber, obwohl zum sinnlichen Dasein bestimmt, nicht in dieses sinnliche Dasein eintritt, das in anderer Weise in die Welt eintritt, das die geistige Welt belebt so wie die Ideale die sinnliche Welt. Das ist ein sehr bedeutungsvolles Ergebnis der Geistesforschung, und das weist uns darauf hin, daß die Opfertode für die geistige Welt auch eine Bedeutung haben, nicht nur diejenige Bedeutung, die ich gestern für die physische Welt auseinandergesetzt habe, sondern auch für die geistige Welt. Unter den Seelen der geistigen Welt leben solche, die auf den gewöhnlichen Verlauf des Lebens hinschauen, darunter aber solche, die gelernt haben, daß Anlagen durch einen Ruck abgeschnitten werden können. Und die sind gewissermaßen die umgekehrten Idealisten für die geistige Welt.
Cite:
GA 174a/1915-11-29/p027 · edition original