Vierter Vortrag

GA 174a/1915-11-29/p029 ·1915-11-29 · original (original)
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Ich möchte dies in unserer Zeit gerade aus der heutigen Betrachtung heraus ganz besonders betonen, wie der Ernst unserer Zeit uns gerade in diesen Tagen mahnen sollte, alles das, was wir tun können, aus unserer Kraft heraus zu tun, um Geisteswissenschaft wirklich der Menschheitsentwickelung, soweit es an uns ist, einzuverleiben. Und ich möchte diese Ermahnung spezialisieren dahingehend, daß wir ja jetzt diesen Gedanken um so stärker in uns lebendig machen müssen, weil die Zeitverhältnisse wirklich herbeiführen können, daß wir nicht so oft zusammen sein können wie in normalen Zeiten. Und lassen Sie mich deshalb diese Mahnung an unsere Seelen richten, daß wir jetzt in diesen Kriegszeiten um so treuer und hingebungsvoller in unseren einzelnen Zweigen arbeiten, wenn auch das Zusammenarbeiten von Ihnen und zum Beispiel mir vielleicht jetzt eben nur seltener sein kann, bis wir wiederum zu normalen Zeiten kommen, weil ja das Herumreisen in der Welt jetzt ein viel schwierigeres ist als sonst, und es sein kann, daß wir gerade jetzt lernen müssen, recht, recht fest uns auf uns selbst zu stellen und selbständig in den einzelnen Zweigen zu arbeiten. Das zu tun, was wir nach dieser Richtung tun können, wird wirklich fruchtbar werden für das, was als geistiges Streben in unserem Sinn in die Menschheitsentwickelung einfließen muß. Denn immer wieder und wiederum muß ja auch auf den Gedanken hingewiesen werden: Die großen Opfer, die so unzählige Menschen in der Gegenwart bringen müssen, und die so innig zusammenhängen mit dem, was der Tod als Geheimnis und als Schmerz verbirgt in der Menschheitsentwickelung, diese Ereignisse, die haben eigentlich nur ein rechtes Verhältnis zu unserem Seelenleben, wenn wir sie vom Gesichtspunkt der Geisteswissenschaft aus im großen Zusammenhang des Menschheitsgeschehens, des geschichtlichen Werdens, betrachten können.

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Cite: GA 174a/1915-11-29/p029 · edition original