Sechster Vortrag
Die Materialisten hoffen immer, daß sie einmal den Pflanzensamen so wie irgendeine andere chemische Zusammensetzung im Laboratorium erzeugen werden. Nicht um dieses Erzeugen handelt es sich bei der Gegnerschaft gegen den Materialismus, sondern darum, daß, indem man vom Mineral zur Pflanze vorrückt, vom chemischen Produkt zum Lebendigen, das Erzeugen nur durch einen überirdischen Prozeß vor sich gehen kann. Und bevor es gelingen wird, dieses Ideal des Materialismus auszuführen, Pflanzensamen ebenso herzustellen wie mineralische Produkte, chemische Substanzen, werden die Materialisten lernen müssen — wenn ich mich grotesk ausdrücken will -, an die Astrologie zu glauben, zu glauben, daß sie einen Vorgang, den sie werden bewirken wollen, unter den Einfluß der Sternenwirkungen stellen müssen. Es wird Laboratorien geben müssen, welche so arbeiten, daß sie mit dem Gang des Jahres arbeiten, und daß sie ebenso berücksichtigen müssen die Konstellation der Gestirne, wie draußen in der Natur die Konstellation der Gestirne berücksichtigt wird. Man muß sich von der Erde erheben, wenn man sich vom Toten zum Lebendigen erhebt. Denn es muß mitarbeiten bei der Entstehung des Lebendigen das AtherischLeibliche. Dieses ist aber niemals bloß abhängig von dem bloß Irdischen, sondern von dem, was in der ganzen Welt draußen verbreitet ist. Dasjenige, was bloß physisch ist, das überschauen wir, wenn wir unser Irdisches überschauen; vom irdischen Standpunkt überschauen wir das Physische, indem wir das Irdische überschauen. Dasjenige, was für unsere Erde ätherisch ist, das ist noch immer ausgesetzt dem gesamten Weltenall.
Cite:
GA 174b/1915-11-24/p011 · edition original