Sechster Vortrag

GA 174b/1915-11-24/p024 ·1915-11-24 · original (original)
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Nun gibt es jetzt innerhalb unseres physischen Diesseits, unserer physischen Wirklichkeit etwas, was nicht alle, aber doch gewisse Menschen als etwas Bedeutungsvolles gelten lassen, trotzdem es nicht zst, etwas, was einzelne Menschen hereintragen in diese sonst seiende Wirklichkeit, und demgegenüber diejenigen, die ein Verständnis dafür haben, sich so verhalten, daß sie es gelten lassen, trotzdem es keine derbseiende Wirklichkeit hat: Das sind die Ideale, welche die Menschen haben. Die Idealisten tragen in unsere sinnliche Wirklichkeit etwas hinein, was wertvoll ist: die Ideale, nach denen sich der Mensch richtet, die nicht derbe, materielle Wirklichkeit haben, und die nur der grobe Materialist eben nicht gelten läßt. Nun sind diese Ideale aber zu gleicher Zeit etwas ungeheuer Wertvolles im diesseitigen Leben, die Ideale sind das, was die Richtungsimpulse für unser Leben gibt, sie sind das, was wir begehren, damit wir uns daran halten können. In gewisser Beziehung machen diese Ideale das Leben wertvoll, indem sich der Mensch nach ihnen richtet. Es muß mit den Idealen etwas im materialistischen Sinne Unwirkliches in unsere sinnliche Wirklichkeit hineingetragen werden, damit nicht das entstehe, was wir etwa in dem Sinne charakterisieren müssen: Das bloße Dasein wäre öde, wenn nicht die Ideale da wären, wenn der Mensch sie nicht darinnen finden würde. Unter diejenigen, welche keine Ideale haben, müssen die Idealisten treten, die gleichsam etwas entwickeln in unserer Wirklichkeit, was ein Abbild ist der jenseitigen Wirklichkeit, was nicht ein Seiendes ist, was nicht das Seiende beansprucht und dennoch ein Wertvolles ist, ja, einen absoluten Wert hat.

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