Sechster Vortrag
Vieles von dem, was die Menschheit sich jetzt wieder erringen muß, haben in uralten Zeiten innerhalb einer uralten Weisheit die Menschen gewußt wie ein Erbgut. Was die Menschen heute besitzen, ist nur errungen worden dadurch, daß diese Erbschaft aus den Seelen geschwunden ist. Damit die Menschenseelen sich wiederum diese Weisheit aneignen können, mußte sie zunächst verschwinden. Sie mußte verschwinden, damit sie erarbeitete Weisheit werden kann. Wir müssen uns wiederum hinaufarbeiten, um uns das zu erringen im ferneren Erdenleben, im ferneren Dasein der Erde, was als Erbweisheit aus den Seelen verschwunden ist. So müssen wir also in die Perspektive der menschlichen Zukunft hineinsehen; dann werden wir die Notwendigkeit begreifen, daß Geisteswissenschaft in die Welt eintritt. Gerade dieses lebendige Sich-in-Verhältnis-Setzen zu dem Unendlichen, wie es charakterisiert worden ist, gibt uns die Möglichkeit, das Geheimwissenschaftliche wirklich als ein innerlich Lebendiges aufzufassen, das auch in uns kraftet und tätig ist, das uns zu wirklichen Mitarbeitern der Gestaltung der Erde machen kann, zu denen wir werden müssen, wenn die Erde sich weiterentwickeln soll.
Cite:
GA 174b/1915-11-24/p036 · edition original