Sechster Vortrag

GA 174b/1915-11-24/p043 ·1915-11-24 · original (original)
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Ich möchte namentlich auf das Intime, auf das so recht mit dem Innersten unseres seelischen Empfindens Zusammenhängende unserer Geisteswissenschaft aufmerksam machen. Daß wir unsere Seele zu etwas anderem machen als sie vorher war, wenn wir durch die Geisteswissenschaft durchgehen, darauf kommt es an. Und das muß sich auch in schweren Zeiten bewähren. Deshalb wollte ich einmal solche Betrachtungen anstellen, die vielleicht geeignet sind, uns in jene ehrfürchtige Stimmung gegenüber dem geistigen Leben zu versetzen, die dem richtigen Geisteswissenschafter angemessen ist. Denn im Grunde genommen ist das größte und das kleinste Ereignis des Lebens, alles im Leben, etwas, was uns mit tiefer Ehrfurcht erfüllt, wenn wir nur von diesem Einzelnen tief genug in die geistigen Hintergründe hineinzugehen in der Lage sind. Und auch die schmerzlichen Ereignisse des Lebens, die kleinsten und die größten, sie können durch die Geisteswissenschaft in ein solches Licht gestellt werden, daß ihre Betrachtung dazu beiträgt, unsere Seele in das rechte Verhältnis zu der durch die Welt wallenden und webenden Weisheit zu bringen.

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