Neunter Vortrag
Versuchen wir einmal, uns die Frage so recht vorzulegen: Was suchen wir, wenn wir den Weg wählen in die anthroposophische Bewegung hinein? — Wir suchen auf diesem Wege die Möglichkeit zu gewinnen, ein Verhältnis zur Geisteswelt zu finden, das den Bedürfnissen nach dieser geistigen Welt entspricht, die in uns geboren werden aus den Kräften, aus den Lebensverhältnissen der Gegenwart heraus. Keiner kommt ja, wenn er nicht oberflächlich ist, zu uns, der auf gangbarerem Wege als bei uns ein Verhältnis zur geistigen Welt gewinnen kann. Keiner kommt zu uns, der ein Verhältnis zur geistigen Welt gewinnen kann auf denjenigen Wegen, die seit Jahrhunderten draußen voll anerkannt sind, und die ihre Gangbarkeit dem Umstande verdanken, daß die Menschen nachzudenken vergaßen über die Berechtigung dessen, was sich den allgemeinen Lebensnotwendigkeiten eingefügt hat. Dagegen wird viel diskutiert über die Berechtigung, wenn etwas gewissermaßen zuerst auftreten muß in der Welt. Wir können nicht oft genug uns dasjenige, was aus dem Geiste unserer Zeit heraus Anthroposophie sein soll und sein will, vor Augen halten und es in Zusammenhang bringen mit dem in uns, was nach Anthroposophie drängen kann, was uns zur Anthroposophie bringen will.
Cite:
GA 174b/1917-05-11/p005 · edition original