{"corpus":"steiner","locus":"GA 174b/1917-05-11/p024","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"“ es jaganz schön ist, Geisteswissenschaft zu treiben, allein er fühlte in sich auch ein besonderes künstlerisches Talent, und er verlangte nun von der Gesellschaft, daß sie dieses fördere. Man kommt ja gerne den Leuten zu Hilfe, nicht wahr. Die Proben, die der Betreffende aus seiner Kunst gab, sprachen zwar gegen alles Talent, aber mancher lernt ja auch ohne Talent so viel, daß es knappen Ansprüchen manchmal genügt. Und so kam es denn, daß der Betreffende an verschiedene Mitglieder, die das oder jenes ihm schaffen konnten, empfohlen wurde, daß man ihn förderte. Allein immer stellte es sich heraus, daß die Sache namentlich daran scheiterte, daß der Betreffende zwar eine Kunst ausüben, aber nichts lernen wollte, weil er der Ansicht war, mehr zu können als alle die Lehrer, die für ihn sorgen wollten. Und die Folge war, daß, weil er jedem Lehrer davonlief, man am Schlusse gar nichts mehr tun konnte. Man hatte Nachsicht über Nachsicht, konnte aber nichts Besonderes mehr tun, es gefiel dem Betreffenden nichts. Denn selbstverständlich war das wiederum in seinen Augen so ein eklatanter Fall, wie die Welt das werdende Genie verkennt! Daß niemand anderer diese Ansicht in ehrlicher Weise teilen konnte, ja, meine lieben Freunde, es war wahrhaftig nicht unsere Schuld. Das ist die Hauptsache, alle anderen Dinge sind Nebensache. Und so ging es denn bei diesem Menschen so, wie es bei vielen geht. Sie suchen zuerst eine Förderung innerhalb unserer Gesellschaft, und wenn ihnen diese Förderung nach ihrem Sinn nicht zuteil wird, werden sie Gegner. Und dann treten sie mit allerlei Dingen auf. Von dem, was hinter den Dingen steht, davon reden sie nie, selbstverständlich. Sie treten mit allerlei Dingen auf, die man dann am besten widerlegt, wenn man erst die Gründe darlegt. Selbstverständlich war es die purste gekränkte Eitelkeit und Unfähigkeit in diesem Falle. Und alles übrige, was nun als Brimborium darauf aufgerichtet wurde, war die allertörichteste Erfindung, die allertörichteste Phantasterei. Aber heute findet man selbstverständlich die Journale, die diese Dinge aufnehmen. Denn der Betreffende, den ich meine, heißt Erich Bamler. Und wenn man den Dingen bei solchen Unternehmungen wahrhaftig auf den Grund geht, dann hat man nicht nötig, sich solch einen Aufsatz herzunehmen, der zumeist gar nichts besagt, weil alle einzelnen Dinge ja gar nicht das ausdrücken, was sie sagen, sondern","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Neunter Vortrag","site_heading":null,"date":"1917-05-11","location":null,"word_count":378,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/174b/1917-05-11/p024","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/174b/1917-05-11/p024"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/174b/1917-05-11/p024","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}