Neunter Vortrag
Es ist leicht, Verleumdungen anzuknüpfen an dasjenige, was im Privatgespräch mit den einzelnen Mitgliedern gesagt wird, wenn diese Verleumdungen den Grad erreichen, daß zum Beispiel da oder dort gesagt wird, dieses oder jenes Mitglied sei hypnotisiert worden. Nun, meine lieben Freunde, gegenüber diesen Dingen werde ich gleich eine andere Maßregel ergreifen müssen, aus der Sie ersehen werden — und ich rede wirklich aus einfachem Pflichtgefühl gegenüber unserer Bewegung heraus -, daß es mir heute und jetzt in dieser Sache der allerbitterste Ernst ist um der Heiligkeit der Geisteswissenschaft wegen. Wenn einer Bewegung wie dieser einfach als Prinzip zugrunde liegt, in niemandes Freiheitssphäre einzugreifen, und wenn dies streng befolgt wird, wenn alles streng abgelehnt wird, was in eines Menschen Freiheitssphäre eingreift, und man dann gerade mit diesen Dingen krebsen geht, dann ist es notwendig, daß einmal das eintrete, daß alles, was auf unserem Boden wachsen soll, im vollsten Lichte der Öffentlichkeit wächst. Wenn die Dinge in voller Öffentlichkeit wachsen werden, dann wird den Verleumdern der Boden entzogen werden. Aber eine andere Methode gibt es in der Zukunft nicht mehr. Daher werde ich, soweit es an mir ist, danach trachten, daß die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft sich in der Zukunft immer mehr und mehr im vollen Lichte der Öffentlichkeit abspielt. Sie hat die Öffentlichkeit nicht zu scheuen. Und am heutigen Tage erkläre ich Innen ausdrücklich: In bezug auf diejenigen Privatgespräche, die seit Jahren mit den Mitgliedern stattgefunden haben, entbinde ich jeden des Versprechens, nicht über den Inhalt des Gespräches zu sprechen. Jeder kann, soviel ihm selber lieb ist, dasjenige mitteilen, was jemals vorgekommen ist in einem Privatgespräch mit einem Mitglied. Nichts wird sich finden, was das Licht der Öffentlichkeit zu scheuen hätte. Dann wird man auch nicht mehr krebsen gehen können mit Dingen, die etwa auf dem folgenden Boden stehen. Ich will Ihnen ein Beispiel sagen, wie man diese Dinge brauchen kann vor der krassesten Unwissenheit und dem Willen zur krassesten Unwissenheit.
Cite:
GA 174b/1917-05-11/p031 · edition original