{"corpus":"steiner","locus":"GA 174b/1917-05-15/p023","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Selbsterlebnis des Leibes! Und deshalb ist insbesondere der Wissenschaft das Seelische entschwunden und entschwindet ihr noch immer mehr und mehr. Dieses Seelische muß eben von innen heraus wiederum erobert werden. Der fünfte nachatlantische Kulturzeitraum, der angefangen hat etwa im Jahre 1413, 1415, er steht ja erst im Anfang. Die Menschheit wird sich so in ihm weiter zu entwickeln haben, daß wirklich das Geistige immer mehr und mehr im Inneren erobert wird. Aber es macht sich das zunächst geltend gerade auf seelischem Gebiet durch eine eigentümliche Erscheinung, durch die Erscheinung, daß im Menschen selber etwas materiell auftritt, was früher nicht so materiell war: das Denken selber nämlich. Solch ein Denken, wie wir es im fünften Zeitraum haben, wäre schon den Griechen, erst recht den Agyptern, Chaldäern oder den Urpersern unmöglich gewesen. Hinter den Griechen standen noch bis zu einem gewissen Grade imaginative Vorstellungen, in älteren Zeiten noch mehr; und wer Aristoteles wirklich lesen kann, der merkt selbst bei dem trockenen Aristoteles noch wirksame Imaginationen, weil das Denken noch mehr bewußt im Atherleibe vor sich ging. Jetzt ist das Denken ganz in den physischen Leib hineingezogen, ist ganz Gehirndenken geworden, und da nimmt es denn den abstrakten Charakter an, auf den unsere Zeit so stolz ist. Das Denken, das ganz abstrakt wird, das ist das Denken, das wirklich an die Materie, an die Materie des Gehirns gebunden ist. Und dieses Denken, das zeigt sich gerade in den epochemachendsten Impulsen, die wiederum vertieft werden müssen, sonst wird das Denken immer materialistischer und materialistischer. Und indem das Denken immer materialistischer wird, muß auch das Leben immer materialistischer werden. Grundlegende Ideen — das ist das Charakteristische unserer jetzigen fünften Epoche, die als Impulse wirken sollen, sie wirken nur als abstrakte Ideen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Elfter Vortrag","site_heading":null,"date":"1917-05-15","location":null,"word_count":286,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/174b/1917-05-15/p023","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/174b/1917-05-15/p023"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/174b/1917-05-15/p023","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}