{"corpus":"steiner","locus":"GA 174b/1918-02-24/p004","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Ich habe ja da oder dort im Laufe unserer Auseinandersetzungen immer wieder und wiederum auch Andeutungen gegeben über dasjenige, was man aus den Quellen der Geistesforschung heraus über den Charakter der neueren Zeit, den Charakter unserer Zeit selber und der nächsten Zukunft zu sagen vermag. Solche Dinge konnte man allerdings der gegenwärtigen Menschheit, auch mehr oder weniger der anthroposophisch gesinnten Menschheit nur in vorsichtiger Weise geben. Sehen Sie nur einmal nach, wieviel zum Verständnis gerade dieser unserer schweren, katastrophalen Zeit sich hineingefügt findet in die Vorträge, die viele Jahre vor diesen katastrophalen Ereignissen in Kristiania über die Völkerseelen gehalten worden sind. Und vielleicht darf auch daran erinnert werden, daß in einer Zeit, in der es wohl nötig gewesen wäre, in der einen oder anderen Weise hinzuzeigen auf den Ernst der Impulse, die da vorliegen, in dem Vortragszyklus, der in Wien gehalten worden ist im Vorfrühling 1914 — also vor dem Ausbruch unserer gegenwärtigen Weltkatastrophe -—, von dem sozialen Leben, von dem menschlichen Zusammenleben unserer Zeit so gesprochen worden ist, daß ich damals einen scharfen, einen starken Ausdruck gewählt habe: Ich habe dazumal in diesen Vorträgen, die im wesentlichen auch handelten von dem Leben des Menschen zwischen Tod und einer neuen Geburt, davon gesprochen, daß durch das moralisch-soziale Leben der Gegenwart etwas vorgeht, was man als ein soziales Karzinom, als eine schreckliche soziale Krebskrankheit bezeichnen kann. Vielleicht hat das der eine oder andere damals als einen starken Ausdruck empfunden. Vielleicht hat sich aber auch der eine oder andere seither überzeugen können, daß die Tatsachen schon dafür sprechen, daß dazumal solch ein starker Ausdruck hat gewählt werden dürfen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Dreizehnter Vortrag","site_heading":null,"date":"1918-02-24","location":null,"word_count":266,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/174b/1918-02-24/p004","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/174b/1918-02-24/p004"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/174b/1918-02-24/p004","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}