Dreizehnter Vortrag

GA 174b/1918-02-24/p005 ·1918-02-24 · original (original)
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Allerdings, das was ich schon gestern angedeutet habe, ist richtig und sollte tief zu denken geben: Trotz alledem, trotzdem leicht erahnt werden kann, was für schwerwiegende Impulse in unserer Zeiten Schoß liegen, ist die Menschheit heute wenig geneigt, die Erscheinungen in ihrer ganzen Schwere wirklich zu fassen. Die Menschheit ist heute dazu viel zu bequem, gibt sich viel zu gerne jenen bequemen Begriffen hin, die man heute in der naturwissenschaftlichen Weltanschauung finden kann, weil diese Begriffe am Gängelband der äußeren Erfahrung gewonnen werden können, weil sie nicht viel innere Geistesanstrengung erfordern und dennoch der Eitelkeit der Menschen so sehr schmeicheln. Aber was notwendig ist, das ist, daß die Menschheit gerade mit Bezug auf sehr vieles, was die Zeit heute lehren muß, aufwache, wirklich aufwache, nicht weiterschlafe. Das Aufwachen wird allerdings nur möglich sein, wenn gewisse tieferliegende Tatsachen nicht mehr als eine Phantasterei, nicht mehr als eine Träumerei, sondern als eine in unsere Zeitereignisse hereinspielende Wirklichkeit betrachtet werden. Und so habe ich denn auch öfter im Verlaufe unserer Auseinandersetzungen angedeutet, wie gerade im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts mit der Menschheit ein bedeutender Umschwung geschehen ist. Auch hier in Stuttgart habe ich diese Dinge angedeutet. Wir wollen sie uns von einem gewissen Gesichtspunkt aus heute wieder einmal vor die Seele rufen.

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