{"corpus":"steiner","locus":"GA 174b/1918-02-24/p022","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Sehen Sie, das zu wissen hatte keine so große Bedeutung in den früheren Zeiten, als die Menschen mehr unfrei waren, mehr geleitet worden sind. Da haben die guten geistigen Mächte die Sache geregelt. Da haben sie gewissermaßen zwischen dem Tempo der Kopfentwickelung und dem Tempo der übrigen Entwickelung den Akkord hergestellt, haben das in Einklang gebracht. Jetzt beginnt die Zeit, wo der Mensch selber dafür sorgen muß, daß solche Dinge in Einklang kommen. Daher muß der Mensch solche Dinge richtig verstehen können, muß auf sie eingehen können, und er sündigt gegen die Entwickelung, wenn er das nicht kann. Und wir haben ein wichtiges Gebiet des Menschenlebens, wo gegen diese Dinge furchtbar gesündigt wird. Diese Sünde kommt heute, weil wir seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts drinnenstecken, sporadisch schon zum Ausdruck. Sie wird in furchtbarer Weise zum Ausdruck kommen, wenn die Menschen die geistigen Impulse nicht begreifen können. Heute kommen sie zunächst in der folgenden Art zum Ausdruck: Man berücksichtigt nicht, daß dem Menschen etwas gegeben werden muß, wenn er sich normal entwickeln soll, was darauf Rücksicht nimmt, daß seine Kopfentwickelung dreibis viermal schneller geht als die des übrigen Organismus. Und ein Gebiet, auf dem dies ganz besonders schädigend zum Ausdruck kommt, ist das der Erziehung, des Unterrichts, und zwar aus folgenden Gründen: Unter dem Einflusse der naturwissenschaftlichen Weltanschauung haben sich Begriffe herausgebildet, die nach und nach bloße Begriffe für die Kopfbildung geworden sind, die der übrigen Entwickelung nichts geben, Begriffe, die in dem Tempo erworben werden, wie der Kopf sich entwickelt, die nicht in dem Tempo aufgenommen werden können, in dem der übrige Organismus sich entwickelt.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Dreizehnter Vortrag","site_heading":null,"date":"1918-02-24","location":null,"word_count":267,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/174b/1918-02-24/p022","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/174b/1918-02-24/p022"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/174b/1918-02-24/p022","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}