Dreizehnter Vortrag

GA 174b/1918-02-24/p041 ·1918-02-24 · original (original)
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Ich habe vielleicht schon einmal auch hier erwähnt, erwähne es wiederum, weil es wichtig ist: Jetzt ist es ja nicht schwer, über Wilson sich auszusprechen innerhalb Mitteleuropas; aber ich kann ja hinweisen darauf, wie ich in einem Zyklus, der lange vor diesen Ereignissen gehalten worden ist, als noch die ganze Welt einschließlich Mitteleuropas Wilson bewunderte, dazumal ihn genau ebenso charakterisiert habe wie jetzt. Es handelt sich darum, daß man aus viel tieferen Quellen heraus an die Impulse, welche die heutige Zeit beherrschen, welche die heutige Zeit auch als Irrtümer beherrschen, herangeht. Gerade auf unserem anthroposophischen Gebiete hatten unsere Freunde Gelegenheit, zu sehen, wie, lange bevor eine äußere Nötigung vorlag, die Dinge im rechten Lichte zu sehen, immer wieder und wiederum auf das Richtige hingewiesen worden ist. Möge man diese Dinge in der Zukunft besser verstehen, als man sich in der Vergangenheit entschlossen hat, sie zu verstehen! Und das lege ich Ihnen noch besonders ans Herz: Manches, was auf dem Gebiete unserer anthroposophischen Wissenschaft zutage tritt, es ist noch unendlich besser zu verstehen, als man sich bisher entschlossen hat, es zu verstehen. Es kann noch tiefer in die Herzen und Seelen der Menschen dringen und zu einem intensiveren Leben erweckt werden, als es bisher geschehen ist. Möge es geschehen! Denn es wird das, was dadurch geschieht, schon mit vielem zusammenhängen, was wahrhaftig nicht zum Unheil, sondern zum Heil der künftigen Menschheitsentwickelung geschehen kann, was geschehen kann zur Ausbesserung von vielem, das versäumt worden ist, und das vielleicht weiter versäumt werden wird, wenn man nur auf dasjenige, was außerhalb der Geisteswissenschaft gewonnen werden kann, hören will. Auch unter unseren Freunden haben viele eine doppelte Buchhaltung ihres Lebens. Die eine haben sie in den anthroposophischen Betrachtungen und Büchern, um für den Privatgebrauch ihres Herzens und ihrer Seele etwas daraus zu gewinnen. Die andere Buchhaltung ist für das Leben draußen, wo sie einzig und allein auf die naturwissenschaftliche Autorität etwas geben. Man merkt es oftmals nicht, daß es so ist; es ist aber gut, in diesen Dingen ein wenig gewissenhaft mit seiner Seele zu Rate zu gehen, damit Einklang bestehe zwischen diesen zwei Buchhaltungen.

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Cite: GA 174b/1918-02-24/p041 · edition original