{"corpus":"steiner","locus":"GA 175/1917-02-20/p009","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Es ist sehr bedeutsam, sich ein wenig in diese Dinge zu vertiefen; denn mit dem Sichtbarwerden dieses Genius hat es seine besondere Bewandtnis, und die lernt man verstehen, wenn man unter anderem - es könnte auch von einem ganz anderen Gesichtspunkte zu der Sache geführt werden, aber nehmen wir den einen Gesichtspunkt — das Verhältnis der Menschen in ihrem gegenseitigen Verkehr untereinander auffaßt. Dieses Verhältnis der Menschen in ihrem gegenseitigen Verkehr untereinander, das lehrt uns etwas. Es lehrt uns etwas keineswegs Unbedeutsames im Hinblick auf die geistigen Glieder der menschlichen Wesenheit. Wenn zwei Menschen sich begegnen, und der Mensch nur imstande ist, mit seinem physisch-sinnlichen Auge diese Begegnung zu beobachten —- nun, da merkt er, daß sie aufeinander loskommen, daß sie sich vielleicht begrüßen und dergleichen. Wenn der Mensch aber in der Lage ist, den Vorgang geistig zu beobachten, so findet er, daß mit jeder menschlichen Begegnung wirklich verknüpft ist ein geistiger Vorgang, der sich unter anderem darin äußert, daß der Teil des Ätherleibes, der den Kopf bildet, so lange als zwei Menschen nebeneinander stehen, ein Ausdruck wird für die auch feinste Sympathie und Antipathie, welche diese zwei Menschen, die zusammenkommen, einander entgegenbringen. Nehmen wir an, zwei Menschen begegnen einander, die einander nicht ausstehen können. Nehmen wir den extremen Fall, aber er kommt ja vor im Leben: Zwei Menschen begegnen einander, die sich nicht ausstehen können, und zwar sei dieses Gefühl der hervorragenden Antipathie gegenseitig. Da tritt das ein, daß der Teil des Ätherleibes, der den Kopf bildet, bei beiden Menschen sich aus dem Kopf herausneigt, und die Ätherleiber des Kopfes sich zusammenneigen. Gleichsam wie ein fortdauerndes Kopfneigen mit Bezug auf den ätherischen Menschen, so stellt sich die Antipathie heraus, wenn zwei Menschen sich begegnen, die sich eben nicht ausstehen können. — Wenn zwei Menschen zusammenkommen, die sich lieben, so merkt man einen ähnlichen Vorgang. Dann tritt nur der Ätherkopf zurück, beugt sich ab nach rückwärts. Und auf diese Weise entsteht in beiden Fällen — ob sich dann, wenn man sich nicht ausstehen kann, der Ätherleib gleichsam grußartig nach vorne neigt, oder ob er sich nach rückwärts neigt, wenn man sich liebt —, in beiden Fällen entsteht gewissermaßen das, daß durch das Herausneigen des Ätherleibes des Kopfes der physische Kopf freier wird, als er sonst ist. Es ist immer nur relativ; es geht der Ätherleib nicht ganz heraus, aber er verlagert sich und geht zurück, so daß man eine Fortsetzung erblickt. Aber dadurch füllt jetzt ein dünnerer Ätherleib das Haupt aus, als wenn man allein steht. Das hat zur Folge, daß durch diesen dünneren Ätherleib, der den Kopf ausfüllt, im Haupte der Astralleib, der dableibt, deutlicher sichtbar wird für das hellsichtige Anschauen. So daß nicht nur diese Bewegung des Ätherleibes eintritt, sondern daß tatsächlich mit dem Haupte des Menschen eine astralische Lichtveränderung vor sich geht. Darauf, wiederum nicht auf einer Dichtung, sondern auf einer tatsächlichen Wahrheit, beruht das, daß man, wo man von den Dingen etwas versteht, Menschen, die in der Lage sind, vieles selbstlos zu lieben, abbilden muß mit einer Kopfaura, was man einen Heiligenschein nennt. Denn wenn zwei Menschen einander einfach begegnen, wobei in der Liebe immer ein starker Einschlag von Egoismus ist, so ist die Erscheinung nicht so auffällig. Wenn aber ein Mensch der Menschheit sich gegenüberstellt in Augenblicken, wo er es nicht mit sich und seiner persönlichen Beziehung zu einem anderen Menschen zu tun hat, sondern mit etwas allgemein Menschlichem, mit etwas, das mit ällgemeiner Menschenliebe zusammenhängt, so treten auch die Dinge ein. Dann aber wird der Astralleib in der Hauptesgegend mächtig sichtbar. Und sind Leute da, die imstande sind, selbstlose Liebe an einem Menschen hellsichtig zu schauen, dann sehen sie den Heiligenschein und sind gedrängt, den Heiligenschein als eine Realität zu malen, oder wie man es eben dann macht. Diese Dinge hängen durchaus mit objektiven Tatsachen der geistigen Welt zusammen. Was da objektiv vorhanden ist, was als fortdauernde Wirklichkeit der Menschheitsentwickelung vorhanden ist, das ist aber noch mit etwas anderem verbunden.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Dritter Vortrag","site_heading":null,"date":"1917-02-20","location":null,"word_count":656,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/175/1917-02-20/p009","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/175/1917-02-20/p009"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/175/1917-02-20/p009","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. 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