Dritter Vortrag

GA 175/1917-02-20/p017 ·1917-02-20 · original (original)
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In tiefsinniger Weise — und man sollte das nicht durch eine abstrakte materialistische Kultur heute verwischen - ist die Weihnachtszeit gebunden an Vorgänge der Erde, weil der Mensch mit der Erde die Weihnachtsveränderung der Erde durchmacht. Die Osterzeit ist bestimmt nach den Vorgängen am Himmel. Der Ostersonntag soll festgesetzt werden auf den ersten Sonntag, der folgt auf den ersten Vollmond nach der Frühlingstagundnachtgleiche-Zeit. Während also die Weihnachtszeit durch Verhältnisse der Erde festgesetzt ist, ist von oben herunter bestimmt die Festsetzung der Osterzeit. Denn ebenso wahr, wie wir durch all dasjenige, was wir geschildert haben, mit den Erdenverhältnissen zusammenhängen, ebenso wahr hängen wir zusammen durch dasjenige, was ich jetzt zu schildern habe, mit den Himmelsverhältnissen, mit den großen, kosmisch-geistigen Verhältnissen. Denn die Osterzeit, das ist diejenige Zeit im konkreten Jahresablauf, in der alles dasjenige, was durch die Begegnung mit dem Christus in der Weihnachtszeit in uns veranlaßt worden ist, wiederum sich mit unserem physischen Erdenmenschen so recht verbindet. Und das große Mysterium, das Karfreitagsmysterium, das dem Menschen das Mysterium von Golgatha zur Osterzeit vergegenwärtigt, hat neben allem anderen auch noch diese Bedeutung, daß der Christus, der gleichsam neben uns einherwandelt, in der Zeit, die ich beschrieben habe, sich nun uns am meisten nähert, gewissermaßen, grob gesprochen, in uns selber verschwindet, uns durchdringt, so daß er bei uns bleiben kann für die Zeit nach dem Mysterium von Golgatha, in der Zeit, die jetzt kommt als Sommerzeit, in der sich in alten Mysterien zu Johanni die Menschen mit dem Makrokosmos haben verbinden wollen auf eine andere Weise, als das nach dem Mysterium von Golgatha sein muß.

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Cite: GA 175/1917-02-20/p017 · edition original