Sechster Vortrag
Nun, mit diesem gesamten Lebenslauf des Menschen hängt es zusammen, daß der Mensch im Beginn seines Lebens am meisten auf naturgemäße, elementarische Art in seinem ganzen Leiblichen zusammenhängt mit dem Geistigen. Der Mensch ist, ich möchte sagen, gerade umgekehrt konstituiert beim Lebensbeginn, als er konstituiert ist eben, wenn er in der Lebensmitte, im Höhepunkt der aufsteigenden Entwikkelung angelangt ist. In der ersten Zeit seines Lebens wächst der Mensch, gedeiht, nimmt zu; dann fängt er an, in eine absteigende Entwickelung einzutreten. Das hängt damit zusammen, daß dann die physischen Kräfte des Menschen in sich selber nicht mehr Wachstumskräfte sind, sondern daß sich diesen Wachstumskräften auch Verfallskräfte zumischen. Da steht das Innere des Menschen in einem ähnlichen Verhältnis zu dem Weltenall, wie beim Lebensbeginn, bei der Geburt, das Äußere, das Leibliche zum Weltenall steht. Eine vollständige Umkehrung findet statt. Daher macht im Unbewußten heute der Mensch die Begegnung durch zu dieser Zeit, in der Mitte des Lebens, mit dem Vater-Prinzip, mit derjenigen Geisteswesenheit, die wir zu der Hierarchie der Archai zählen; mit derjenigen geistigen Welt, in der der Mensch sein wird, wenn er seinen Geistesmenschen voll entwickelt haben wird.
Cite:
GA 175/1917-03-13/p023 · edition original