Achter Vortrag

GA 175/1917-03-27/p015 ·1917-03-27 · original (original)
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Aber da zum Beispiel das Alte Testament in seiner Tiefe nur gelesen werden kann, wenn man entweder noch oder wieder beherrscht gewisse Dinge, die mit den imaginativen Vorstellungen zusammenhängen, so können Sie begreifen, daß insbesondere mit dem neunzehnten Jahrhundert die Möglichkeit verlorengegangen ist, das Alte Testament zu lesen. Aber je weiter man zurückgeht, desto mehr findet man, daß tatsächlich gerade im Judentum lebendig war zur Zeit, als das Mysterium von Golgatha sich abgespielt hat, neben dem äußeren Alten Testament dasjenige, was man nennen kann eine Mysterienanschauung, eine wirkliche Mysterienanschauung. Und vieles in dieser Mysterienanschauung bestand eben darin, daß sie einem die Möglichkeit gab, das Testament in der richtigen Weise zu lesen. Nun liegt keine Möglichkeit vor, das Testament in der richtigen Weise zu lesen, wenn man es nicht in seinen Behauptungen nimmt auf dem Hintergrund von geistigen Tatsachen.

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