Zehnter Vortrag

GA 175/1917-04-10/p006 ·1917-04-10 · original (original)
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Vergleichen Sie einmal ganz oberflächlich diese Glaubensvorstellung mit jener Vorstellung, die der Christus Jesus hervorruft. Ich will nur einmal hinweisen auf die Evangelienstelle: Wenn ihr glaubet, der Berg, der vor euch steht, soll sich ins Meer stürzen, und ihr habt den wirklichen Glauben, so wird er sich ins Meer stürzen! -— Welch gewaltiger Abstand ist zwischen dieser Glaubensvorstellung der heutigen Menschheit, die eigentlich eine bloße Surrogat-Vorstellung für das Wissen ist, und jener Glaubensvorstellung, die, ich möchte sagen, vielleicht paradox, aber radikal in diesem Christus-Worte ausgedrückt ist! Aber man kann gleich herausfinden, wenn man nur ein wenig aufmerksam ist, worin das Wesentliche der Glaubensvorstellung, die der Christus gibt, eigentlich liegt. Was soll der Glaube? Er soll etwas bewirken, etwas hervorbringen. Er soll nicht bloß eine Vorstellung, ein Wissen erwekken; wenn man ihn hat, den Glauben, soll etwas geschehen können durch den Glauben. Sehen Sie sich daraufhin das Evangelium an. Überall, wo Sie es aufschlagen können, und wo Sie die Ausdrücke «Vertrauen» und «Glauben» finden, werden Sie überall finden, daß es sich um diese tätige Vorstellung handelt, daß man etwas haben soll, wodurch etwas verrichtet, etwas getan wird, wodurch etwas geschieht. Das ist außerordentlich wichtig.

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