Zehnter Vortrag

GA 175/1917-04-10/p032 ·1917-04-10 · original (original)
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Man muß das allerdings, sonst wird man zu anzüglich gerade mit Bezug auf unsere Zeit, nur mit Bezug auf den Christus Jesus charakterisieren. Sehen Sie, hätte der Christus Jesus geschrieben, aufgeschrieben seine Worte, sie umgesetzt in diejenigen Zeichen, die dazumal die Sprache hatte, so würde Ahrimanisches eingeflossen sein; denn das ist Ahrimanisches, was in irgendeiner Form überhaupt fixiert wird. Die aufgeschriebenen Worte wirken anders, als wenn die Schülerschar herumsteht und einzig und allein angewiesen ist auf die eigene Kraft des Geistes. Man darf sich nicht vorstellen, daß der Schreiber des Johannes-Evangeliums daneben gesessen hat, wenn der Christus Jesus gesprochen hat, und seine Worte nachstenographiert hat wie die Herrschaften hier. Gerade daß es nicht geschah, darauf beruht eine ungeheure Kraft, eine ungeheure Bedeutung. Diese Bedeutung, die sieht man erst dann ganz ein, wenn man, ich möchte sagen, aus der Akasha-Chronik heraus verstehen lernt, was eigentlich in den Worten liegt, die der Christus Jesus immer gerade gegen Schriftgelehrte, gegen diejenigen einzuwenden hat, die ihre Weisheit aus den Schriften haben. Er hat das gegen sie einzuwenden, daß sie sie eben aus den Schriften haben, daß sie in ihren Seelen nicht unmittelbar zusammenhängen mit jenem Quell, aus dem das lebendige Wort unmittelbar ausfließt. Darinnen sieht er die Verfälschung des lebendigen Wortes, und muß sie sehen.

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Cite: GA 175/1917-04-10/p032 · edition original