Elfter Vortrag

GA 175/1917-04-12/p037 ·1917-04-12 · original (original)
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Aber auf der anderen Seite werden solche Geister auch immer betonen: Es muß ausgehen von der menschlichen Auffassung, es muß sich einleben in die menschliche Empfindung so, daß es die Menschen denken, empfinden, erleben können, es muß wiederum Realität werden können - bis in das sechste, siebente Jahrtausend hinein muß es so Realität werden können -, daß dasjenige, was der Mensch spricht, das Wort, eine solche Kraft wiederum haben kann auf die Außenwelt, wie es heute der Same hat. Das Wort muß wiederum die Kraft gewinnen; das Wort, das heute abstrakt ist, es muß schöpferische Kraft gewinnen, das Wort, das im Urbeginne war. Und wer sich nicht getraut, aus geisteswissenschaftlichen Grundlagen heraus heute das Wort des Johannes-Evangeliums zu ergänzen, indem er nicht nur sagt: «Im Urbeginne war das Wort, und das Wort war bei Gott, und ein Gott war das Wort», sondern hinzufügt: «Es wird einstmals das Wort wieder sein!» der redet nicht in dem Sinne, den der Christus Jesus gemeint hat. Denn der Christus Jesus hat schon seine Worte so gesetzt, daß sie gar sehr der Außenwelt widersprechen. Aber natürlich: Er hat den Impuls gegeben. Ich möchte sagen, die schiefe Ebene nach abwärts ist mittlerweile noch weiter gegangen, und es muß eine immer größere und größere Kraft aufgewendet werden im Christus-Impuls, um die Erde in die Aufwärtsbewegung hineinzubringen. In gewisser Beziehung sind wir durchaus ein Stück nach aufwärts gekommen seit dem Mysterium von Golgatha, aber zumeist ist es ohne das denkende Bewußtsein geschehen. Es müssen die Menschen aber auch lernen, in bewußter Weise wiederum mitzuwirken in dem Weltenprozeß. Sie müssen lernen nicht bloß zu glauben: Wenn ich denke, da geht etwas in meinem Gehirn vor, sondern lernen zu erkennen: Wenn ich denke, da geschieht etwas im Kosmos! — Und sie müssen lernen so zu denken, daß anvertraut werde das Denken dem Kosmos, daß mit dem Kosmos das Menschenwesen selber wiederum in demselben Maße verbunden werde.

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