Fünfter Vortrag

GA 176/1917-07-03/p010 ·1917-07-03 · original (original)
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Das dritte, was Brentano unterscheidet in der Seele ist die Gemütsbewegung. So wie das Urteilen beruht auf Anerkennen und Verwerfen, so beruht die Gemütsbewegung überall auf einem Lieben oder Hassen, auf Gefallen oder Mißfallen. Irgend etwas ist mir sympathisch, oder irgend etwas ist mir antipathisch. Und das Wollen unterscheidet Brentano nun nicht von der bloßen Gemütsbewegung. Das ist sehr charakteristisch, das weist in tiefe Geheimnisse der Brentano-Seele hinein. Es würde zu weit führen, wollte ich das ausführen, aber ich will nur sagen, daß Brentano nicht unterscheidet zwischen dem bloßen Fühlen im Gefallen oder Mißfallen und dem Wollen, sondern daß das für ihn ineinander übergeht. Wenn ich etwas will, so untersucht dabei Brentano auch nur, daß ich es liebe; wenn ich es nicht will, untersucht er, daß ich es hasse. Das ist also das Dritte, das er in der Seele unterscheidet. Lieben und Hassen, Anerkennen und Verwerfen, und das Vorstellen im allgemeinen.

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