Fünfter Vortrag

GA 176/1917-07-03/p023 ·1917-07-03 · original (original)
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Was ist dagegen das Wahre? Im Wahren stehen Sie auch einem Objekte, einem Gegenstand gegenüber; aber wie da gewirkt wird, geht zunächst auf Ihren physischen und Ätherleib. Und dann müssen Sie Ihrerseits die Wirkung auf den physischen und Ätherleib wahrnehmen. Merken Sie den Unterschied, bitte! Wenn Sie dem schönen Objekt gegenüberstehen, haben Sie die Doppelwahrnehmung; das Schöne wirkt auf Ihren physischen und Ätherleib und auf Ich und Astralleib, und innerlich müssen Sie die Harmonie herstellen. Alles dasjenige, was überhaupt je Gegenstand des Wahren bilden kann, muß auf physischen und Ätherleib wirken, und Sie müssen dann innerlich diese Wirkung, die auf Sie ausgeübt wird, wahrnehmen. Beim Schönen nehmen Sie die Wirkung auf physischen und Ätherleib nicht wahr, die bleibt unbewußt. Ebenso bringen Sie auf der anderen Seite die Wirkung auf Ich und Astralleib nicht herunter ins Bewußtsein, sondern das schwingt im Unterbewußten hin und her bei dem, was Gegenstand des Wahren ist. Notwendig ist, daß Sie sich jetzt dem physischen und Ätherleib hingeben und im Ich und Astralleib die Abspiegelung desjenigen, was da drinnen vorgeht, finden. Also Sie haben beim Wahren im Ich und Astralleib dasjenige, was Sie im physischen und Ätherleib haben. Beim Schönen haben Sie etwas anderes im Ich und Astralleib. So ist also die Frage nach dem Wahren hingelenkt auf die menschliche Wesenheit, insofern sich als die untersten Glieder dieser Wesenheit physischer Leib und Ätherleib zeigen. Im physischen Leibe erleben wir nur die äußere Scheinwelt mit; im Ätherleib erleben wir einzig und allein dasjenige mit, was den Einklang mit dem gesamten Kosmos ergibt. Die Wahrheit liegt daher verankert im Ätherleib, und wer keinen Ätherleib anerkennt, kann nie die Frage beantworten: Wo sitzt die Wahrheit? - Er kann die Frage beantworten: Wo sitzt der Sinnenschein? -, aber nicht die Frage nach der Wahrheit. Denn der Sinnenschein, der im physischen Leibe sitzt, wird erst zur Wahrheit verarbeitet im Ätherleibe. So daß die Frage nach der Wahrheit nur derjenige beantworten kann, der diese ganze Einwirkung des äußeren Objektes auf physischen Leib und Ätherleib anerkennt.

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