{"corpus":"steiner","locus":"GA 176/1917-07-03/p025","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Die andere Frage, die Franz Brentano beantworten wollte, das war die Frage: Was ist das Gute? — Gerade so, wie der Mensch das äußere Objekt, das Gegenstand der Wahrheit wird, wirken lassen muß auf seinen physischen und Ätherleib, so muß dasjenige, was Impuls des Guten beziehungsweise auch Impuls des Bösen werden soll, auf das Ich und den Astralleib wirken. Da können sie noch nicht vorgestellt werden; sie müssen jetzt vorgestellt werden, indem sie sich spiegeln im Ätherleibe und physischen Leibe. Vorstellungen von Gut und Böse haben wir nur, indem sich dasjenige, was im Ich und Astralleibe vorgeht, im physischen und im Ätherleib spiegelt, indem wir Bilder gewinnen von dem, was im Astralleib und Ich bildlos ist. Aber die unmittelbare Wirkung, die sich äußert im Guten und Bösen, geschieht im Ich und Astralleib. Daher weiß derjenige, der ein Ich und einen Astralleib nicht anerkennt, überhaupt nicht, wo der Impuls des Guten oder Bösen im Menschen wirkt. Er kann also nur das Wort hinsetzen: Das Gute ist dasjenige, das in der richtigen Weise geliebt wird. Liebe ist aber etwas, was im Astralleibe sich vollzieht. Das Konkrete, das Reale hat man nur, wenn man dasjenige untersucht, was im menschlichen Astralleib und im Ich sich vollzieht. Nun, das Ich des Menschen ist in der gegenwärtigen Entwickelung so, daß es nur zeigt, wie dasjenige, was im Astralleibe lebt, in Trieben, in Affekten zum Ausdruck kommt. Das Ich des Menschen ist, wie Sie wissen, nicht sehr weit in seiner Entwickelung; der Astralleib ist weiter. Aber der Astralleib kommt dem Menschen nicht so zum Bewußtsein wie das, was in seinem Ich vorgeht. Daher kommen die sittlichen Impulse auch dem Menschen so wenig zum Bewußtsein, beziehungsweise es hilft das Bewußtsein nicht viel, wenn nicht die astralischen Impulse da sind; so daß für den gegenwärtigen Menschen die sittlichen Urimpulse eigentlich im Astralleibe sitzen, so wie die Wahrheitskräfte im Ätherleibe sitzen. Durch den Astralleib hängt der Mensch zusammen mit der geistigen Welt; und in der geistigen Welt sind die Impulse des Guten. In der geistigen Welt spielt sich auch dasjenige ab, was des Menschen Gutes und Böses ist. Was wir von diesen wissen, ist nur die Spiegelung im Ätherleibe und physischen Leibe.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Fünfter Vortrag","site_heading":null,"date":"1917-07-03","location":null,"word_count":362,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/176/1917-07-03/p025","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/176/1917-07-03/p025"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/176/1917-07-03/p025","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}