{"corpus":"steiner","locus":"GA 176/1917-07-03/p027","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"So könnte man sagen: Franz Brentano ist bis zum Tore gegangen, und seine Antworten sind eigentlich nur zu verstehen, wenn man sie auf Höheres, als er gefunden hat, bezieht. Sie sind daher bei ihm mager geblieben. Da, wo er davon gesprochen hat, daß in innerer Anschaulichkeit vor dem Seelenauge das Wahre aufleuchten muß, da hätte er eigentlich sagen müssen: Das Wahre nimmt man eigentlich erst dann wahr, wenn es einem gelingt, die Urteile so zu erfassen, daß man sie losbekommt vom physischen Leibe, daß man den Ätherleib losbekommt vom physischen Leibe. Nun, erinnern Sie sich, wie ich immer den Standpunkt vertreten habe, den jeder Geisteswissenschafter vertreten muß: Das erste Hellsehen ist schon das wirklich reine Denken. Derjenige, der einen reinen Gedanken faßt, ist schon hellsehend. Nur ist das gewöhnliche menschliche Denken eben kein reines Denken, sondern ein von sinnlichen Vorstellungen, von Phantasmen erfülltes Denken. Aber derjenige, der einen reinen Gedanken faßt, ist eigentlich schon hellsehend, denn der reine Gedanke kann nur im Ätherleibe gefaßt werden. Ebensowenig kann man jemals das Gute erfassen, ohne sich klar darüber zu sein, daß das Gute in demjenigen lebt, was menschlicher Astralleib beziehungsweise was vom Ich durchsetzt ist.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Fünfter Vortrag","site_heading":null,"date":"1917-07-03","location":null,"word_count":193,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/176/1917-07-03/p027","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/176/1917-07-03/p027"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/176/1917-07-03/p027","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}