Sechster Vortrag

GA 176/1917-07-10/p014 ·1917-07-10 · original (original)
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Viele Menschen huldigen einem sogenannten Pantheismus. Dieser Pantheismus besteht — Sie wissen, ich habe öfters diesen Pantheismus zurückgewiesen — im wesentlichen darin, daß die Menschen sagen: Wir suchen überall den Geist. — Geist, Geist, Geist ist alles, und damit befriedigen sie sich. Pantheismus — manche nennen ihn heute auch Panpsychismus, weil sie den Theismus nicht haben wollen -, ich erläutere das gewöhnlich dadurch, daß ich sage: Der Mensch, der das für die Sinneswelt machen würde, der würde nicht besonders weit kommen. Denn wenn er auf eine Wiese geht und sagt: Blume, Blume, Blume, so ist das eben eine Abstraktion für alles. Er will nicht sagen: Lilie, Tulpe und so weiter. Aber das wäre ganz dasselbe, wenn er da nur immer sagen würde: Blume, Blume, Blume, Blume, als wenn man sagen würde: Geist, Geist, Geist, Geist. Aber das finden die Menschen durchaus nötig, immer nur Geist, Geist, Geist zu sagen; und sie weisen es doch ab, wenn man von wirklichen Geistern, von Angeloi, Archangeloi, Archai redet, so wie von einzelnen geistigen Wesenheiten, die ihr bestimmtes, ihr konkretes geistiges Dasein haben, wie man von einzelnen Wesenheiten der Sinneswelt redet. Aber es liegt gewissermaßen etwas im menschlichen Geiste, das dahin zielt, so pantheistisch zu denken, sich alles, alles zu vereinfachen, überall den abstraktesten Gedanken zu suchen. Da ist es interessant, daß wir nun auch ein Zigeunerbeispiel anführen können, welches uns so recht zeigt, wie zigeunerhaft es eigentlich ist, überall diese abstrakten Gedanken zu suchen.

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Cite: GA 176/1917-07-10/p014 · edition original