Sechster Vortrag
Also Zusammenhänge, die mehr vom Menschen absehen, wie ich sie vorhin charakterisiert habe, die bereichern das Ich, das wir jetzt in uns tragen, aber eigentlich nur als eine Keimanlage für die nächste Inkarnation, so daß wir in bezug auf dieses Schatten-Ich größere Stärke haben. Zusammenhänge von der Art, daß wir vom Menschen nicht absehen, sondern Menschen hineinstellen, die bereichern das Leben in der Weise, daß sie die Seele reicher machen in dem Erfühlen, Erwahrnehmen jener Region, die wir durchgehen zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Es ist höchst merkwürdig, daß man eigentlich manches bei Menschen, die darauf veranlagt sind, solche Zusammenhänge zu suchen, gar nicht richtig versteht, wenn man die Dinge, ich möchte sagen, materialistisch anfassen will. Goethes Stil zum Beispiel, der an sehr vielen außerordentlich wichtigen Stellen seiner Werke so zu nehmen ist, daß Goethe an diesen Stellen eigentlich niemals materialistisch festgenagelt sein will, der kann nur richtig verstanden werden, wenn man ihn so nimmt, daß Goethe sich niemals anders aussprechen will, als über etwas, was gewissermaßen unter der Oberfläche des Lebens liegt; an bestimmten Stellen seiner Werke natürlich.
Cite:
GA 176/1917-07-10/p025 · edition original