{"corpus":"steiner","locus":"GA 176/1917-07-10/p029","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Wenn man dies gehörig begriffen hat, dann weiß man, daß man eigentlich nur in seinem Fühlen — wie der Philosoph sagt —, im modus praesens lebt, in der Gegenwartsform lebt. Real in der Gegenwartsform ist eigentlich nur das Gefühlserlebnis; und wir sind wirklich zeitlich gewissermaßen eine dreifach ineinandergeschachtelte Wesenheit. Wir sind so zusammengeschachtelt, daß in uns lebt das, was herüberwirkt.aus der vorigen Inkarnation, dasjenige, was jetzt erfühlt wird, und dasjenige, was herüberwirkt in die nächste Inkarnation. Wie die Pflanze herauswächst aus dem, was Same des vorigen Jahres war, der vertrocknet, so ist das Vertrocknende der vorigen Inkarnation, das allmählich in die übrige Welt Übergehende, das Wollen, das aus dem Ich quillt. Der Keim für die nächste Inkarnation ist dasjenige, was wir als Ich denken. Aus diesem Grunde, weil das so ist, schrieb ich in dem Aufsatze, der von mir im April-Heft 1916, dem ersten Heft vom «Reich», der Bernusschen Zeitschrift enthalten ist: «Der Weg in die geistige Welt wird also zurückgelegt durch die Bloßlegung dessen, was im Denken und Wollen enthalten ist», weil das Denken und Wollen, so wie es in uns lebt, in der Tat nicht in uns als bloß gegenwärtig lebt, sondern durch den geistigen Zusammenhang hinüberweist aus früherem Erdenleben in späteres Erdenleben. Man kann dann wirklich sagen: Es kann nicht in einer ähnlichen Art das Gefühlserleben durch einen inneren Seelenanstoß entwickelt werden, weil das Gefühlserleben als geistiges Gefühlserleben auch wirklich erfahren wird. Daher ist dasjenige, was dem Gefühl entspricht, drüben in der geistigen Welt etwas, was selbst an einen herankommen muß. Man kann meditierend, sich konzentrierend, Wollen und Denken ausleben, aber man kann nicht das Gefühlsleben kultivieren. Das muß man führen lassen, und das ergibt sich dann.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Sechster Vortrag","site_heading":null,"date":"1917-07-10","location":null,"word_count":280,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/176/1917-07-10/p029","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/176/1917-07-10/p029"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/176/1917-07-10/p029","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}