Sechster Vortrag

GA 176/1917-07-10/p031 ·1917-07-10 · original (original)
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Es ist vielleicht gewagt, aber denken Sie sich einmal, es wäre ein Wesen so geartet, daß man es nur wahrnehmen könnte, wenn man es träumt. Den Augen, den Ohren zeigt es sich nicht, sogar dem gewöhnlichen Alltagsdenken zeigt es sich nicht; aber es zeigt sich dem Traum. Ja, da müßte halt der Mensch, der etwas von diesem Wesen erleben will, sich darauf einlassen, die Kunst des Träumens zu entwickeln, sonst kann das Wesen nicht für ihn da sein. Nun, wenn einer sagt: Träume, die geben mir nichts Wirkliches! -, dann ist an ihm die Schuld, daß er diesem Wesen nicht nahekommen kann. In dieser Beziehung denken die Menschen eben verkehrt, indem sie eigentlich von sich aus Forderungen aufstellen; und wenn irgend etwas diese Forderungen nicht erfüllt, dann gilt es ihnen nicht. Ja, aber wenn das Ding von der Art ist, daß es für diese Forderung nicht da ist, dann muß es eben den Menschen, die solche Forderungen aufstellen, entgehen. So muß man sich schon auch klar darüber sein, daß man eben eine besondere Art des Denkens oder des Innenlebens überhaupt ausbilden muß, für die sich dasjenige, was nicht in der äußeren Natur liegt, zeigen kann. Wir müssen zu diesen Wesen hingehen: nicht sie kommen zu uns. Das ist das Wichtige!

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