Erster Vortrag

GA 176/1917-07-31/p013 ·1917-07-31 · original (original)
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Aber wie weit entfernt ist die Gegenwart von einer so gearteten Betrachtung des Lebens und der Geschichte! Man merkt aber erst recht, was dahinter steht, wenn man in einer tieferen Beziehung solche Dinge im Zusammenhang mit der Gegenwart in Betracht zieht. Keine Zeit hat so wie die unserige Raubbau getrieben mit den geistigen Erzeugnissen der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts und einem guten Teil der geistigen Erzeugnisse in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts. Man kann noch in einem viel höheren Sinne von einem vergessenen Tone im Geistesleben sprechen, als ich es in meinem Buche «Vom Menschenrätsel» getan habe. Die Geschichte des neunzehnten Jahrhunderts wird in der künftigen Zeit einmal völlig umgeschrieben werden müssen. Das hat schon Herman Grimm geahnt, als er sagte: Es wird eine Zeit kommen, in welcher die Geschichte der letzten Jahrzehnte völlig wird umgeschrieben werden, so daß diejenigen Großen, welche heute als solche erscheinen, sehr starke Kleinheiten werden und ganz andere Große auftauchen werden, die heute wie Vergessene da sind. - Wer darauf ausgeht, die wirkliche Geschichte des neunzehnten Jahrhunderts zu studieren, der merkt erst, was für eine Fable convenue die landläufige Geschichte des neunzehnten Jahrhunderts ist. Und insbesondere merkt man das, wenn man die wirkliche Wesenskraft des neunzehnten Jahrhunderts ins Auge fassen kann. Ich sagte: Raubbau getrieben hat unsere Zeit mit den geistigen Erzeugnissen des neunzehnten Jahrhunderts, denn es hat viele, viele Geister gegeben, welche vereinsamt geblieben sind in dieser Zeit, um die man sich nicht gekümmert hat, und African Spir ist gleich eine charakteristische Erscheinung innerhalb dieses neunzehnten Jahrhunderts. Ich will nicht sprechen vom großen Publikum, aber gerade diejenigen haben sich um African Spir nicht gekümmert, deren berufliche Aufgabe es gewesen wäre, sich um ihn zu kümmern. Solche Menschen sterben dann dahin, das heißt, sie gehen mit ihrer Seele in die geistige Welt hinein. Aber die Dinge dieser Welt, sie haben Wirkungen, von denen man, wenn man nur das gewöhnliche Dasein betrachtet, in der Regel wenig ahnt.

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