{"corpus":"steiner","locus":"GA 176/1917-07-31/p014","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Glauben Sie denn, daß es wirklich so ist, daß ein Denker, der dahingestorben ist wie African Spir, das heißt, dessen Seele durch die Pforte des Todes in die geistige Welt eingezogen ist, einfach nun verschwunden ist für diese Welt hier? Vergessen Sie nicht, daß die geistige Welt nicht in einem Wolkenkuckucksheim ist, daß, ebenso wie unser Leib durchzogen ist von dem Seelisch-Geistigen, die ganze Welt, in der wir leben, vom Seelisch-Geistigen durchzogen ist. Dieses Seelisch-Geistige ist da, das lebt um uns herum wie die Luft. Und verschwunden ist nicht dasjenige, was ein Denker in einem angestrengten Denker-Leben hier im physischen Leibe produziert hat, wenn er durch die Pforte des Todes in die geistige Welt eingegangen ist. Verschwunden ist das nicht. Denn ein sehr Eigentümliches liegt vor: Ein Denker, der viel Beifall findet, ist in einer anderen Lage, als ein einsam bleibender Denker wie African Spir. Ein Denker, der Mode geworden ist, ist gewissermaßen mit seinen Gedanken fertig dann, wenn er durch des Todes Pforte gegangen ist. Ein Denker wie Spir ist nicht mit seinen Gedanken fertig, sondern etwas anderes tritt ein: er hütet seine Gedanken. Und damit sage ich Ihnen etwas sehr Bedeutungsvolles. Diese Gedanken sind da in der physischen Welt, geistig, und er hütet sie. Und dadurch, daß ein solcher Denker seine Gedanken hütet, gewissermaßen bei ihnen bleibt eine gewisse Zeit hindurch, die nach Jahrzehnten sich berechnet, dadurch entziehen sich die Gedanken den Menschen, die dann in dieser Zeit, während er seine Gedanken behütet, im physischen Leibe leben.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Erster Vortrag","site_heading":null,"date":"1917-07-31","location":null,"word_count":249,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/176/1917-07-31/p014","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/176/1917-07-31/p014"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/176/1917-07-31/p014"}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}