{"corpus":"steiner","locus":"GA 176/1917-07-31/p021","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Ja, diese Dinge muß man nehmen als Symptom für unsere Zeit. Man muß sie als Symptom nehmen, denn sie drücken doch den Charakter unserer Zeit sehr gut aus. Man hat so die Gewohnheit, über diese Dinge nur die Nase zu rümpfen oder sonst über sie hinwegzusehen, höchstens über sie zu lachen, weil man ihre ganze Tiefe nicht durchschaut; nicht durchschaut, daß das Elend unserer Zeit mit diesen Dingen zusammenhängt, und nicht durchschauen will, wie wenig in unserer Zeit die Menschen die Neigung haben, durch eine Verbindung mit der geistigen Welt die Ordnung in dieser Welt zu fördern. Sie lassen gewissermaßen die Verbindung mit der geistigen Welt ersterben, dadurch aber verlieren sie auch die Verbindung mit der Außenwelt, denn sie können dann auch nur die Schale der äußeren Welt betrachten. Daher kommt es auch, daß in unserer Zeit - und ich mache damit auf eine bedeutsame Erscheinung aufmerksam — etwas so Schlimmes zutage tritt da, wo sich die menschlichen Gedanken, wenn sie da sind, verbinden sollen mit der äußeren Wirklichkeit. Das hat zur Folge, daß die äußere Wirklichkeit ihren Gang geht, auch insofern die Menschen die äußere Wirklichkeit machen, und die Gedanken der Menschen ganz schön sein können — mancher Menschen natürlich —, aber die Außenwelt, insofern Menschen darin handeln, ist so geartet, daß sie Gedanken gar nicht annehmen will, nicht zugänglich ist für Gedanken. So sehen wir, daß es allmählich dazu gekommen ist, daß einzelne Menschen schöne Gedanken haben können, aber daß diese schönen Gedanken ein eigenes Leben für sich führen, und die äußere Wirklichkeit auch ein eigenes Leben für sich führt. Eine furchtbare Diskrepanz besteht zwischen dem, was in den Köpfen mancher Menschen heute vorgeht, und in dem, was in der um sie herum liegenden Wirklichkeit vorgeht, eine Disharmonie, die so groß ist, wie sie in keiner verflossenen Zeit war.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Erster Vortrag","site_heading":null,"date":"1917-07-31","location":null,"word_count":301,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/176/1917-07-31/p021","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/176/1917-07-31/p021"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/176/1917-07-31/p021","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}