Dritter Vortrag

GA 176/1917-08-14/p024 ·1917-08-14 · original (original)
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Ich habe oftmals schon gesagt: Luzifer wirkt als- Genosse des Ahriman. Sie wirken zusammen. Sie haben alles Interesse, den Menschen darüber zu täuschen, daß er den inneren Widerstreit haben soll, und sie haben darum alles Interesse, ihr Gegenreich wegzuschaffen. Daher erfinden sie im menschlichen Gemüt derartige Gedankenkombinationen wie die: In Einklang, in Harmonie mit dem Unendlichen. Warum entstehen solche Vorstellungsgebilde? Sie entstehen, weil die Menschen in ihrer Seele zu feige sind, sich dem Widerstreit gegenüberzustellen, und sich von Luzifer-Ahriman eine Harmonie mit dem Unendlichen erfinden lassen wollen. Es ist Befriedigungsuchen in solch einer Weltanschauung, wie sie in: «In Harmonie mit dem Unendlichen» zum Ausdruck kommt. Befriedigungsuchen in einer solchen Weltanschauung ist aber gleichbedeutend mit einem Sichlegen einer Binde vor die Augen. Heute scheut es der Mensch, nach der Mannigfaltigkeit des Kampfes auf geistigem Gebiete hinzuschauen. Weil stets Gegenkräfte auftreten müssen, wenn etwas an seiner richtigen Stelle außer acht gelassen wird, so treten natürlich auch hier Gegenkräfte auf. Weil sich der Mensch in den letzten Jahrhunderten so vorbereitet hat, daß er den inneren Kampf zwischen Mächten, die kämpfen müssen, sehr scheut, so tritt ihm dieser Kampf heute in einer furchtbaren Weise vor das äußere Auge. Eine solche Folge mußte mit derselben Notwendigkeit eintreten, wie auf die luziferische Verführung die Vertreibung aus dem Paradies eingetreten ist. Überall, auf allen Gebieten sehen wir, wie der heutige Mensch sehr geneigt ist, sich nur eine Scheinruhe zu verschaffen, denn sie hat nur eine Bedeutung zwischen Geburt und Tod. Darum halst er sich den einen Teil des Widerspruches ab. Natürlich ist das dann immer derjenige Teil, der aus dem Christus-Impuls kommt. Der naturgemäße Widerspruch kann so gerade Gegnerschaft finden. Und wenn Sie die verschiedenen Blechdarstellungen der sogenannten Widersprüche in meinen Schriften von so vielen Seiten heute geschildert finden, so haben Sie jetzt auch die Möglichkeit, selbst dieses in einer tieferen Weise zu beleuchten und den ahrimanischen Impuls darin zu sehen.

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Cite: GA 176/1917-08-14/p024 · edition original