Sechster Vortrag
Stellen Sie sich einen solchen Suchomlinoff vor, der den Verstand verloren hat: da ist so richtig die Möglichkeit, daß ahrimanische geistige Wesenheiten von seiner Seele Besitz ergreifen und ihm alles mögliche eingeben; das ist die Art, wie Ahriman in die Welt hereinwirkt, besonders wenn wir — außer wenn wir schlafen — keinen Wert darauf legen, voll in unserem Bewußtsein zu sein. Sind wir voll in unserem Bewußtsein, so können solche geistigen Wesen keinen richtigen Zugang zu unserer Seele haben. Ist aber die Geistigkeit, das Bewußtsein heruntergetrübt, so haben ahrimanische Wesen sofort den Zugang zu uns. Das sind die Tore, die Fenster, wo die ahrimanischen und luziferischen Wesenheiten in die Welt hereinkommen und ihre Pläne ausführen, indem sie die Menschen im Zustande des herabgedämmerten Bewußtseins überfallen und von sich besessen machen. Denn nicht auf eine unerklärliche, schauderhafte Weise wirken Ahriman und Luzifer, sondern dadurch, daß die Menschen mit ihrem Bewußtseinszustande ihnen entgegenkommen. Wer die Geschichte dieses Krieges in Zukunft wird schreiben wollen, der wird untersuchen müssen, wo überall solche herabgedämpften Bewußtseinszustände vorhanden waren, wo überall Tore und Fenster geöffnet waren für das Hereindringen ahrimanischer und luziferischer Mächte. Das ist bei früheren ähnlichen Ereignissen nicht in demselben Grade der Fall gewesen. Bei früheren ähnlichen Ereignissen wird man mit dem ausreichen, was Professoren und Geschichtsschreiber finden, indem sie die Archive untersuchen und aus dem Gefundenen die Ursachen für die Ereignisse zusammenstellen. Diesmal wird ein Rest bleiben, wenn man noch so genau die äußeren Dokumente zusammenstellen wird. Und dieser dableibende Rest ist das Hereinragen ganz besonderer geistiger Mächte durch die abgedämmerten Bewußtseinszustände in die Menschenwelt.
Cite:
GA 176/1917-09-04/p009 · edition original