Achter Vortrag

GA 177/1917-10-13/p004 ·1917-10-13 · original (original)
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Aber nun kommt die Anwendung dieser Sache auf die Wirklichkeit selbst. Bitte, fassen Sie das ins Auge! Ich muß jetzt etwas Merkwürdiges sagen: Ich muß die Anwendung des unwirklichen Denkens auf die Wirklichkeit machen, denn selbstverständlich steht ja auch das unwirkliche Denken in der Wirklichkeit drinnen. Und so hat sich allmählich durch das unwirkliche Denken, das sich im Laufe der letzten drei bis vier Jahrhunderte herausgebildet hat, durch das Einleben dieses unwirklichkeitsgemäßen Denkens in die Wirklichkeit, im menschlichen Zusammenleben selber eine unwirkliche Struktur ergeben, eine in sich fortwährend widerspruchsvolle Struktur ergeben. Der Natur gegenüber, könnte man sagen, hat es der Mensch gut, denn er mag noch so verkehrt denken - die Natur richtet sich nicht nach ihm. Und so wird er - verzeihen Sie den paradoxen Ausspruch -, wenn er sich starr, abstrakt in seinem Denken der Natur gegenüber verhalten will, zum Bock, der immer mit seinen Hörnern sich stößt an der Wirklichkeit. Das sehen wir ja auch in vielen sogenannten Weltauffassungen, die sich mit ihren Hörneransätzen stoßen an der Wirklichkeit. Die sind auch zuweilen so eigensinnig wie die Böcke, diese Weltanschauungen.

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Cite: GA 177/1917-10-13/p004 · edition original