Achter Vortrag
Die Gegenwart verstehen — meine lieben Freunde, dieser Satz ging Ja wie ein roter Faden durch alles, was ich seit meiner Zurückkunft zu Ihnen gesprochen habe, hindurch. Aber man muß geneigt sein, die Unbequemlichkeit auf sich zu nehmen, viel, viel Kraft aufzuwenden: Denkkraft, Empfindungskraft, experimentierende Willenskraft, um die Gegenwart zu verstehen; und man muß den Mut haben, wirklich zu brechen mit manchem, das hereinragt aus der alten Zeit. Denn im Grunde genommen arbeiten diejenigen Menschen, die man heute für die erleuchtetsten Menschen hält, vielfach mit lauter alten Begriffen, von denen sie nicht recht wissen, wie sie eigentlich anzuwenden sind.
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GA 177/1917-10-13/p012 · edition original