Achter Vortrag

GA 177/1917-10-13/p014 ·1917-10-13 · original (original)
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Dieses Buch ist so recht ein Beispiel für die verfehlten Begriffe der Gegenwart. Es ist in diesem Buch der Versuch gemacht, den Staat als einen Organismus aufzufassen. Das ist eine jener Bestrebungen, die die Menschen der Gegenwart haben, wenn sie irgend etwas, was eigentlich geistig begriffen werden soll, mit den Vorstellungen der Gegenwart umfassen wollen. Und es ist gut, daß man Bezug nehmen kann auf einen geistreichen, sehr gelehrten, tiefgründigen Menschen, den man eigentlich nicht genug loben kann, wenn man den ganz verfehlten Gedanken, der seinem Buche zugrunde liegt, ins rechte Licht stellen will. Ja, in solche Widersprüche kommt man ja fortwährend. Aber das Leben ist eben voller Widersprüche. Man darf nicht nach abstrakter Widerspruchslosigkeit streben, wenn man das Leben erfassen will; man darf nicht gleich jeden für einen Dummkopf halten, den man bekämpfen will, sondern man kann auch jemanden, den man bekämpfen will, für einen sehr geistreichen, gründlichen Gelehrten halten, wie das in diesem Falle ist, von dem ich jetzt spreche.

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Cite: GA 177/1917-10-13/p014 · edition original