Achter Vortrag

GA 177/1917-10-13/p029 ·1917-10-13 · original (original)
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Betrachten wir den Westen, namentlich den anglo-amerikanischen Westen, denn die andern sprechen zum großen Teil nur nach. Was ist da, namentlich in dem Wilsonianismus, durchgängiger Gesichtspunkt — Ideale nennt man es ja auch vielfach -, was ist da durchgängiger Gesichtspunkt? Durchgängiger Gesichtspunkt ist der, daß die ganze Welt so werden soll, wie diese Völker in den letzten Jahrhunderten waren. Die Völker haben sich ideale soziale Zustände herausgebildet - man gibt ihnen verschiedene Namen, man nennt es «Demokratie» und dergleichen -, und andere Völker haben die große Schuld, daß sie nicht solche Zustände herausgebildet haben! Richtig wird es sein, wenn die ganze Welt diese Zustände annimmt. Das ist die anglo-amerikanische Ansicht: Was wir herausgebildet haben, was wir geworden sind, das gibt den großen und kleinen Nationen ihr Recht, das stellt sie in die richtigen Verhältnisse, das macht den Menschen glücklich innerhalb des Staatskreises. So muß es überall aussehen. Wir hören es deklamieren; es ist das Evangelium des Westens. Man denkt gar nicht daran, daß so etwas immer nur relative Bedeutung hat, daß so etwas vor allen Dingen aus den Emotionen herauskommt, nicht, wie man glaubt, aus der bloßen Vernunft und aus dem bloßen Verstand.

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Cite: GA 177/1917-10-13/p029 · edition original